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29.11.2013

18:08 Uhr

EU-Staaten einigen sich

Deutsche Hersteller profitieren von neuen Abgasnormen

Die Autobauer müssen den Ausstoß des Treibhausgases CO2 ab 2020 weiter drücken. Der Branchenverband VDA spricht von „gewaltigen Herausforderungen“. Greenpeace unterstellt der Autolobby hingegen „theatralisches Jammern“.

Den EU-Staaten stinkt's: Sie haben den Weg für strengere Pkw-Abgasnormen frei gemacht. dpa

Den EU-Staaten stinkt's: Sie haben den Weg für strengere Pkw-Abgasnormen frei gemacht.

BrüsselDie Autobranche muss in der EU ab 2020 schärfere Klimaauflagen für Neuwagen einhalten - sie bekommt nach Druck aus Deutschland aber mehr Zeit bei der Umsetzung. Die Botschafter der EU-Staaten bestätigten am Freitag in Brüssel einhellig einen entsprechenden Kompromiss mit dem Europaparlament. Die Volksvertreter müssen noch offiziell zustimmen, ein Ja gilt jedoch als sehr wahrscheinlich.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sprach von „gewaltigen Herausforderungen“, während Umweltschützer die Abschwächung der ursprünglichen Pläne verurteilten. Insgesamt sah der VDA aber einen „Schritt in die richtige Richtung“. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Zu viel Verwässerung vermieden. (...) Besser spät als nie.“

Brennende Elektro-Fahrzeuge

Feuer nach Fremdeinwirkung

Ein Metallgegenstand hat den Brand eines Tesla-S-Sportwagens ausgelöst, der im US-Bundesstaat Washington Anfang Oktober 2013 unterwegs war. Dabei sollen auch die Batterien gebrannt haben.

Feuer nach Crashtest

Ein Chevrolet Volt (in Deutschland Opel Ampera) fing im Juni 2011 Feuer – drei Wochen, nachdem eine US-Behörde einen Crashtest an dem Fahrzeug durchgeführt hatte. Bei der simulierten seitlichen Kollision mit einem Pfahl war das Kühlsystem der Batterie beschädigt worden. (Abschlussbericht zum Vorfall der NHTSA). In dem Bericht heißt es, dass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (Januar 2012) der Behörde keine Feuer nach einem Unfall im echten Straßenverkehr mit Elektrofahrzeugen bekannt waren – trotz detaillierter Recherche.

Feuer nach schwerem Unfall

Ein Eletro-Taxi des Herstellers BYD fing in China Feuer nach einem schweren Unfall, bei dem drei Passagiere starben. Zwar löste die elektrische Verkabelung den Brand aus, aber es brannten weder alle Akkus aus noch gab es Explosionen.

Feuer bei geparktem Fahrzeug

Auch zwei andere Feuer erfassten den Elektro-Sportwagen von Fisker. Ein Hausbrand in Texas ging von dem Fahrzeug aus, bei einem anderen Brand im August 2012 hatte in Kalifornien ein defekter Ventilator das Feuer ausgelöst. Daraufhin wurden Fahrzeuge zurückgerufen, um das Bauteil zu tauschen.

Feuer nach Wasserschaden

Etwa 16 Elektro-Sportwagen des Herstellers Fisker haben im Oktober 2012 Feuer gefangen: Hurrikan Sandy hatte einen Großparkplatz unter Wasser gesetzt und die Fahrzeuge fingen danach Feuer und brannten komplett aus (Bilder bei Jalopnik). Laut Hersteller lösten aber nicht die Batterien den Brand aus, sondern ein anderer technischer Defekt auf Grund des eingedrungenen Salzwassers.

Feuer in der Fabrik

Noch in der Fabrikhalle fing im Märze 2013 eine Batterie eines Mitsubishi-Plugin-Hybrids des Tpys i-Miev Feuer. Das Batteriepaket war eine Maschine angeschlossen, die einen Entladungstest vornahm. Bei einem anderen Elektro-Modell des Konzerns schmolz im selben Monat ein Batteriepaket, das in einem Wagen verbaut war, der bei einem Händler im Ausstellungsraum stand.

Feuer während der Fahrt

Im April 2011 fing ein chinesisches Elektrotaxi (Modell: Zotye M300 EV) Feuer während der Fahrt. Als Grund nannte Sicherheitsexperten Mängel bei der Fertigung der Batterien und beim Einbau der Zellen.

Dem schon am Dienstag ausgehandelten Kompromiss zufolge soll die bisher für 2020 angepeilte Grenze von maximal 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer für alle neuen Autos erst 2021 gelten. Im Vorjahr müssen nur 95 Prozent der Fahrzeuge diese Bedingung erfüllen. Zudem können sich Autobauer emissionsfreie Elektrofahrzeuge als sogenannte „Supercredits“ stärker als Entlastung anrechnen lassen.

So gilt die Anrechnung nicht nur für ein Jahr, sondern von 2020 bis 2023. Die Hersteller können in dem Zeitraum selbst entscheiden, wann sie wie viele „Supercredits“ nutzen. Die Bundesregierung wollte den Autobauern ursprünglich noch weiter entgegen kommen und hatte eine vierjährige Übergangszeit vorgeschlagen. Dies war aber bei den Vertretern des EU-Parlaments auf Ablehnung gestoßen.

Kommentare (4)

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Gehirmwaesche-Verweigerer

30.11.2013, 03:04 Uhr

Könnte zumindest das Handelsblatt diese Verdummung endlich mal beenden?
Es gibt weder "Klimagase" noch "Treibhausgase", was soll das sein?
Ich weiß schon, was mit diesen unsinnigen Begriffen ausgedrückt werden soll, aber selbst in dieser Hinsicht ist Co2 kein "Treibhausgas" und ist es auch nie gewesen.
Zudem ist Co2 schwerer als Luft, wie soll also das Co2 aus dem Auspuff in die Atmospäre gelangen, wenn es sich bodennah sammelt???
Möglicherweise könnte das Co2 aus den Flugzeugabgasen atmospärisch wirksam werden, aber wieso sollen dann neue Normen für Autos eingeführt werden?
Und so ganz nebenbei: ohne Co2 keine Nahrung, für niemanden.
Könnte bitte, bitte das HB mit gutem Beispiel vorangehen und endlich die Verwendung unsinniger und nichtsagender Begriffe einstellen? Und dazu noch die Wahrheit über Co2 schreiben, statt diesen hysterischen Quatsch nachzuplappern?
Danke im Voraus!

vandale

30.11.2013, 09:57 Uhr

Es gibt technische Grenzen für eine Verbrauchslimitierung von Autos. Wenn man diese ausschöpft wird ein Auto unnötig teuer. Letztlich bezahlt der Autofahrer das Ökovergnügen der EU Kommissarin.

Je grösser und schneller ein Auto ist, desto höher der Verbrauch. Bei einer Messung des Flottenverbrauchs werden die Deutschen Hersteller Mercedes, BMW gegenüber italienischen und französischen Herstellern schlechter gestellt.

Vandale

Account gelöscht!

30.11.2013, 10:02 Uhr

"Zudem ist Co2 schwerer als Luft, wie soll also das Co2 aus dem Auspuff in die Atmospäre gelangen, wenn es sich bodennah sammelt???"

Jo, wir wissen alle das die Erde nur eine Scheibe ohne Wind und Wetter ist, und das CO2 nur mit Luftballons hochgeblasen werden kann, damit da oben Politik gemacht werden kann, nä?

Bleibt noch die Frage was schaffen wa denn zuerst ab, den Wind, das Wetter, die Scheibe, oder doch lieber den Dreck in der Luft?
Oder vielleicht auch nur die Abhängigkeit von energieexportierenden Ländern, oder weniger Löchern unter Bochum?
Ah, eine Idee, verbuddeln wir doch da den ganzen Wohlstandsmüll, dann wäre doch mal ein echter Naturkreislauf gewährleistet?

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