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13.02.2012

12:03 Uhr

EU-Studie

Biosprit kann Klima ebenfalls belasten

Eine neue Studie hat Zweifel am Klima-Nutzen von Biosprit geweckt. Demnach belastet der Kraftstoff aus Raps, Palmöl oder Soja belastet das Klima einer Studie zufolge mitunter stärker als Treibstoffe aus Erdöl.

Nur Sprit aus Zuckerrohr, Zuckerrüben oder Mais schneidet gut ab. dapd

Nur Sprit aus Zuckerrohr, Zuckerrüben oder Mais schneidet gut ab.

BerlinBiosprit aus Raps, Palmöl oder Soja belastet das Klima einer Studie zufolge mitunter stärker als Treibstoffe aus Erdöl. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Untersuchung der EU-Kommission, wie die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag) berichtete. In der Studie würden erstmals auch die indirekten Folgen der Herstellung von Biokraftstoffen für deren Ökobilanz berücksichtigt - zum Beispiel wenn Regenwaldflächen brandgerodet werden, um auf den Flächen anschließend Pflanzen zur Biokraftstoffproduktion anzubauen.

Nur Biokraftstoffe aus Zuckerrohr, Zuckerrüben oder Mais schneiden der Studie zufolge klar besser ab als herkömmliche Kraftstoffe. Die Biospritbranche warnte vor voreiligen Schlüssen: „Die Studie beruht auf Annahmen, die nicht realistisch sind“, erklärte der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), Elmar Baumann. „Um mehr Rohstoffe herzustellen, wird in der realen Welt nicht die Anbaufläche ausgeweitet. Vielmehr wird der Ertrag auf den bestehenden Äckern gesteigert.“ Bis zum Jahr 2020 sollen zehn Prozent des Energieverbrauchs im Verkehr mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden. In Deutschland steht besonders der Biosprit E10 stark in der Kritik, dem zehn Prozent Ethanol beigemischt werden und der von vielen Autofahrern verschmäht wird.

Der VDB betont, in Deutschland gebe es strenge Nachhaltigkeitskriterien. So dürften für den Anbau weder Regenwälder noch Torfmoore oder sonstige schützenswerte Flächen verwendet werden. Zudem müssten Biokraftstoffe mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgase emittieren als fossile Kraftstoffe - vom Pflanzenanbau auf dem Acker, über Düngung, Transporte und Produktion des Kraftstoffs.

Von

dpa

Kommentare (1)

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denk.mal

13.02.2012, 12:31 Uhr

Ach ja, der Ertrag auf bestehenden Flächen wird gesteigert, ist ja klar; das geht natürlich beliebig lang, und es spielt auch keine Rolle, dass die Weltbevölkerung weiter wächst und gern etwas zu essen hätte.

Endlich mal eine ausgewogenere Studie zum Thema; da sollte es niemanden überraschen, wenn diejenigen, die es sich im Fördermittelsumpf bequem gemacht haben, nicht begeistert sind.

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