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27.09.2011

12:55 Uhr

EuroChem

BASF verkauft Teile des Düngemittelgeschäfts

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat einen Vertrag über den Verkauf seines Düngemittelgeschäfts in Antwerpen und Belgien unterzeichnet. Übernehmen wird der russische Konkurrenten EuroChem.

BASF ist der weltgrößte Chemiekonzern. dpa

BASF ist der weltgrößte Chemiekonzern.

LudwigshafenDer Chemiekonzern BASF verkauft sein margenschwaches Düngemittelgeschäft für 700 Millionen Euro an den russischen Konkurrenten EuroChem. Verkauft werden Anlagen zur Produktion von Stickstoff-Düngemitteln im belgischen Antwerpen sowie die 50-prozentige Beteiligung am Joint Venture PEC-Rhin mit dem Total-Konzern , wie BASF am Dienstag mitteilte. Wenn die Wettbewerbsbehörden zustimmen, solle der Verkauf bis Ende März 2012 abgeschlossen sein. Die BASF-Aktien gewannen im allgemeinen Aufschwung des Dax 2,4 Prozent.

Das Nachsehen in dem Verkaufsprozess hat nun der norwegische Stickstoff-Spezialist Yara , der ebenfalls Interesse an dem BASF-Geschäft angemeldet hatte. Der weltgrößte Chemiekonzern hatte sein Geschäft mit Stickstoff-Düngemitteln mit einer Kapazität von 2,5 Millionen Tonnen, das allerdings weniger als ein Prozent zum Konzernumsatz beiträgt, aus Unzufriedenheit mit den Renditen im Frühjahr zum Verkauf gestellt. In dem Geschäft machen Billigproduzenten aus dem Nahen Osten, etwa Saudi Basic Industries , den europäischen Konzernen zunehmend Konkurrenz. Die Düngemittel-Produktion am BASF-Unternehmenssitz Ludwigshafen wird aber nicht verkauft. 1913 hatte die die erste Anlage von BASF mit der Produktion von Stickstoffdüngemitteln begonnen.

DZ-Bank-Analyst Peter Spengler konnte dem Verkauf nur Gutes abgewinnen. „Das ist eine gute Nachricht, weil es hilft, die Schulden zu reduzieren“, erklärte er in einem Kurzkommentar. Den Gewinn aus der Transaktion für BASF schätzt der Experte auf 500 Millionen Euro.

Der Düngemittelproduzent Eurochem, der vom russischen Unternehmer Andrej Melnitschenko kontrolliert wird, will mit dem Erwerb sein Europageschäft stärken. „Mit der Akquisition des BASF-Düngemittel-Komplexes in Antwerpen erhält EuroChem Produktionsanlagen von hoher Qualität mit überlegener Logistik, die für eine weitere geografische Diversifikation sorgen und uns deutlich näher an unsere europäischen Kunden rücken lassen“, erklärte Eurochem-Vorstandschef Dimitri Strechnew.

Der Verkauf der BASF-Düngemittelaktivitäten hat auch Konsequenzen für den Düngemittelhersteller K+S . Bislang produziert BASF Stickstoff-Düngemittel für K+S. Die Liefervereinbarung mit dem Kasseler Konzern, der vor vielen Jahren von BASF abgespalten wurde, läuft allerdings erst Ende 2014 aus. Ein Unternehmenssprecher bekräftigte, dass der Konzern einen Verkauf seines Stickstoff-Düngemittel-Vertriebsnetzes nicht ausschließe. Stickstoff gehört neben Phosphat und Kali zu den wichtigsten Bestandteilen von Düngemitteln.

Von

rtr

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