Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.02.2017

15:26 Uhr

Eurofighter-Deal

Österreich verklagt Airbus wegen Betrugs

Österreich fühlt sich beim Kauf der Eurofighter von Hersteller Airbus getäuscht und in Milliardenhöhe betrogen. Nun zieht die Alpenrepublik vor Gericht. Ermittlungen in dem Fall laufen auch in Deutschland.

Klage gegen Airbus

Eurofighter-Kauf: Österreich fühlt sich betrogen

Klage gegen Airbus: Eurofighter-Kauf: Österreich fühlt sich betrogen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

WienÖsterreich will wegen des milliardenschweren Kaufs der Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter vor Gericht ziehen. Der Schaden für Österreich betrage laut Hochrechnungen der Experten wegen schweren Betrugs und Täuschung bis Ende des Vorjahres 1,1 Milliarden Euro, sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) am Donnerstag in Wien. Grundlage der Berechnung seien neueste Ermittlungen der seit 2012 tätigen „Task Force Eurofighter“. Die Experten durchsuchten dafür fünf Terabyte Material.

Laut Minister soll Airbus entgegen der Vereinbarungen 183,4 Millionen von insgesamt vier Milliarden Euro Gegengeschäften in das Kaufangebot miteingerechnet haben. Dieses Geld sei auch in kriminelle Kanäle geflossen. Außerdem seien Wartungsarbeiten deutlich teurer als angenommen gewesen. Hätte die Regierung das damals gewusst, wäre der schwedische Anbieter Saab zum Zuge gekommen, heißt es. Österreich will außerdem noch künftige Schäden wegen teurerer Arbeiten abgegolten wissen.

Von der Leyens Airbus bleibt am Boden: A400M a. D.

Von der Leyens Airbus bleibt am Boden

A400M a. D.

Das musste wohl so kommen: Jahrelang gab es Pannen, nun bricht Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen endlich zur ersten Dienstreise mit einer Airbus A400M auf – und bleibt mit einem Triebwerksausfall liegen.

„Gegengeschäfte sind offensichtlich eine optimale Trägerrakete für Korruption, Misswirtschaft und Geldwäsche“, sagte Doskozil. Österreich werde es nicht akzeptieren, dass Steuerzahler auch Schmiergelder mitfinanzieren. Es sei zu überlegen, Gegengeschäfte gänzlich abzuschaffen.

Die Airbus Defence and Space GmbH (vormals EADS Deutschland GmbH) und die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH hätten demnach viele Millionen Euro dazu verwendet, Personen in ihrem Netzwerk zu bereichern. Das Verteidigungsministerium hat deshalb am Donnerstag in Wien eine fast 130 Seiten starke Klage gegen die beiden Unternehmen eingebracht.

„Es ist ein enormer Schaden entstanden“, sagte Doskozil. Österreich sei seit 2002 sowohl über den wahren Kaufpreis als auch über die Lieferfähigkeit und Ausstattung der Flieger getäuscht worden.

Airbus weist alle Vorwürfe der österreichischen Regierung zurück. Insbesondere seien „die Unterstellungen bezüglich Arglist und Betrug für uns nicht nachvollziehbar. Sie erscheinen konstruiert und wir weisen sie in aller Deutlichkeit zurück“, teilte der Luftfahrtkonzern am Donnerstag mit.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Kurt Siegel

16.02.2017, 12:49 Uhr

Wann haut Deutschland endlich mit der Faust auf den Tisch und fordert zumindest eine teilweise Erstattung der total überteuerten Kaufpreise von Airbus zurück; aber nichts tut sich, großes Schweigen im Walde.

Mit unserer maroden Wehrtechnik ernten wir vom Gegner doch nur ein müdes Lächeln; mit solch einem Schrott will man Europa verteidigen, ganz bestimmt nicht, hatte man doch bereits arge Probleme, sechs einsatzfähige Flieger für den Einsatz in Syrien zu finden und selbst diese mußten nachgebessert werden, da die Lampen in der Kanzel blendeten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×