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25.01.2007

11:32 Uhr

„Europa-Japan-Club“

Kartellstrafe gegen Salzgitter bleibt

VonMarkus Hennes

Die Übernahme der Mannesmannröhren-Werke (MRW) im Jahr 2000 wird für den niedersächsischen Stahl- und Röhrenkonzern Salzgitter im Nachhinein um 12,6 Mill. Euro teurer. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) bestätigte am Donnerstag Kartellstrafen gegen die Salzgitter-Tochter und drei weitere Röhrenhersteller.

DÜSSELDORF. Die obersten Richter wiesen am Donnerstag die Berufung von Salzgitter Mannesmann, den japanischen Unternehmen Sumitumo Metal und Nippon Steel sowie der italienischen Dalmine zurück. Damit sind die bereits in der ersten Instanz gesenkten Kartellstrafen rechtskräftig.

„Wir akzeptieren diesen Spruch", sagte eine Salzgitter-Sprecherin. Das Konzernergebnis werde durch die Zahlung nicht tangiert, da Salzgitter bereits entsprechende Rückstellungen gebildet habe. Auch die Börse zeigt sich unbeeindruckt. Der Kurs der Salzgitter-Aktie notierte nahezu unverändert um 98 Euro.

Die EU-Kommission hatte 1999 gegen vier europäische und vier japanische Unternehmen wegen verbotener Preisabsprachen bei Nahtlosrohren ein Bußgeld von insgesamt 99 Mill. Euro verhängt. Diese Pipelines werden in der Öl- und Gasindustrie verwendet. Die Absprachen im so genannten Europa-Japan-Club liefen von 1990 bis 1995.

Nach der Kommissionsentscheidung klagten vier Unternehmen. Das EU-Gericht erster Instanz senkte daraufhin die Strafe für Salzgitter Mannesmann vor drei Jahren um 900 000 Euro, da die Kommission nicht die gesamte Dauer des Kartells nachweisen konnte.

Der EuGH bestätigte nun die Strafen der ersten Instanz. Die klagenden Unternehmen hätten nicht nachweisen können, dass vor drei Jahren Rechtsfehler begangen wurden. Salzgitter hatte die frühere Mannesmann-Tochter MRW, einer der weltgrößten Röhrenhersteller, im Jahr 2000 für eine D-Mark erworben.

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