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29.01.2013

18:22 Uhr

Europa-Projekt

BASF lässt die Genkartoffel fallen

Der Chemiekonzern BASF zieht bei seinen Genkartoffel-Projekten in Europa endgültig die Reißleine und stoppt die Zulassungsverfahren. Weitere Investitionen in diese Projekte seien nicht zu rechtfertigen, so der Konzern.

Hinweisschild auf die BASF-Kartoffel Amflora. dpa

Hinweisschild auf die BASF-Kartoffel Amflora.

Frankfurt/LudwigshafenDer deutsche Chemiekonzern BASF gibt die Hoffnung auf die Einführung weiterer Gen-Kartoffelsorten in der Europäischen Union auf. Die "europäischen Zulassungsprozesse für die Kartoffelprojekte Fortuna, Amadea und Modena" werden gestoppt, wie der Konzern am Dienstag in Ludwigshafen mitteilte. Umweltschutzorganisationen begrüßten die Entscheidung.

Mit der Entscheidung zieht der deutsche Chemie-Riese einen Schlussstrich unter seine Bemühungen, neben der Gen-Kartoffel Amflora für weitere Sorten eine Zulassung in der EU zu erhalten. Weitere Investitionen könnten "aufgrund der Unwägbarkeiten im regulatorischen Umfeld und drohender Feldzerstörungen nicht gerechtfertigt werden", begründete der Konzern den Schritt.

Das sind die größten Chemieunternehmen Deutschlands

Platz 10

Das Ranking der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen eröffnet Beiersdorf. Die Hamburger sind vor allem als Kosmetikhersteller mit Nivea und Co. bekannt. Umsatz 2012: 6,0 Milliarden Euro.

Platz 9

Die Lanxess AG ist ein Ableger von Bayer. Der Spezialchemie-Konzern machte 2012 einen Umsatz von 9,1 Milliarden Euro. Das reicht für den neunten Platz.

Platz 8

Das Chemie- und Pharmaunternehmen Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt kommt auf Rang acht der Rangliste. 2012 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 11,2 Milliarden Euro.

Platz 7

Der Essener Konzern Evonik hat im Jahr 2012 einen Umsatz von 13,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das reicht für Platz sieben.

Platz 6

Boehringer Ingelheim ist das zweitgrößte forschende Pharmaunternehmen in Deutschland. Der Umsatz 2012: 14,7 Milliarden Euro.

Platz 5

Der Spezialgase-Spezialist Linde kommt auf den fünfte Rang der umsatzstärksten deutschen Chemieunternehmen. 2012 lag der Umsatz bei 15,3 Milliarden Euro.

Platz 4

Henkel kommt auf den vierten Platz der Rangliste. Der Düsseldorfer Konzern ist vor allem bekannt für Persil-Waschmittel und Pritt-Kleber. Der Umsatz 2012: 16,5 Milliarden Euro.

Platz 3

Das Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius ist einer der größten Krankenhausbetreiber Deutschlands. Das Bad Homburger Unternehmen erzielte einen Umsatz von 19,3 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 2

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist die deutsche Nummer zwei. Der Umsatz 2012 betrug 39,8 Milliarden Euro (inklusive Pharma).

Platz 1

BASF ist das weltweit größte Chemieunternehmen. Die Ludwigshafener haben im Jahr 2012 einen Umsatz von 78,7 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Wegen der breiten Ablehnung der Gentechnik in der Landwirtschaft in Europa hatte BASF die Sparte bereits vor einem Jahr komplett in die USA verlagert. Zudem stoppte das Unternehmen zu dem Zeitpunkt die Entwicklung und den Verkauf aller Produkte, die allein für den europäischen Markt gedacht waren. Das betraf neben den gentechnisch veränderten Stärkekartoffeln Amflora, Amadea und Modena unter anderem auch die gegen Kraut- und Knollenfäule resistente Kartoffel Fortuna.

Die Umweltschutzorganisation BUND begrüßte, dass BASF jetzt auch die Zulassungsverfahren stoppt. "Mit einem Jahr Verspätung ist die Vernunft in den Vorstandsetagen eingekehrt", sagte die BUND-Gentechnik-Expertin Heike Moldenhauer der Nachrichtenagentur AFP. Gentechnik werde von den Verbrauchern nicht akzeptiert.

Kommentare (12)

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vandale

29.01.2013, 18:53 Uhr

Na, dann haben die Oekologen mit ihrer mittelalterlichen Religion einen weiteren Schritt Richtung Mittelalter geschafft.

Vandale

Account gelöscht!

29.01.2013, 20:37 Uhr

Mit dem GEN-Raps hat uns die Industrie schon die Pest beschert, denn das Zeug breitet sich unkontrolliert und praktisch unverrottbar an Stellen aus, die anderen Nutzungen vorbehalten sind!

Morto

29.01.2013, 20:49 Uhr

BASF lässt die Genkartoffel fallen und mit ihr fällt unsere Zukunft.



Mithilfe der Gentechnik ließen sich auch Krankheiten heilen und Kinder nicht erst krank auf die Welt kommen lassen, um ihnen dann, aus lauter gutgemeinter (oder besser gesagt, falsch verstandener) Ethik, ein Leben voller Schmerzen und Benachteiligungen zu bescheren.

Wer will so etwas letztlich verantworten?

Zukünftig wird Gentechnik in der Geschichte der Menschheit eine äußert wichtige Rolle spielen.

Auf Medikamente, die teils schlimme Nebenwirkungen verursachen und meist nicht die Ursache, sondern nur Symptome bekämpfen, werden zunehmend bedeutungslos.

Glaubt etwa irgendjemand, dass ein Pharmakonzern ein Mittel auf den Markt bringen würde, welches eine schlimme Krankheit und Geisel der Menschheit für immer auslöschen würde?

Pharmakonzerne sind Unternehmen und ihren Aktionären verpflichtet. Die haben letztlich kein wirkliches Interesse daran, Krankheiten auszuschalten , weil sie dann auch ihre Gewinne ausschalten würden.

Es gibt Maschinen und Patente auf dem Markt, welche die Waschmittelindustrie und das Textilreinigungsgewerbe letztlich arbeitslos machen würde. Doch diese Patente wurden für teures Geld aufgekauft und unter Verschluss gehalten. Ein Milliardenmarkt und Tausende von Arbeitsplätzen wären ja gefährdet. Das kann sich niemand leisten und da wird letztlich auch niemand wagen, dagegen vorzugehen.

In der Gentechnik wird Deutschland zu den Schlusslichtern der Welt gehören, dank hartnäckiger Fortschrittsverweigerer und Tagträumer, wie die ethischen Bedenkenträger, linksradikaler Wut-Zunft oder chronisch grüne Blockadepolitik. (Falls es die dann noch geben sollte, weil der Bürger
deren Milchmädchen Politik noch immer nicht durchschaut hat).


Hauptsache, wir sind dann immer noch die Besten beim Bau von Autos mit Verbrennungsmotoren und sind auf dem Weg hin zum EU Superstaat einen Schritt weiter gekommen - während sich draußen die Welt weiterdreht, ohne uns.

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