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16.12.2014

13:35 Uhr

Europas Automarkt geht die Puste aus

„Ein echter Aufschwung sieht anders aus“

Laut Herstellerverband Acea stieg die Pkw-Neuzulassungen im November um 1,4 Prozent – der niedrigste Zuwachs seit einem Jahr. Dabei kann das erste Wachstumsjahr seit vier Jahren letztlich ohnehin nicht sehr überzeugen.

Das erste Wachstumsjahr der Autobranche seit vier Jahren lässt ohnehin keine Euphorie ausbrechen, nun lahmt der Aufschwung auch schon wieder. Deutsche Modelle performen aber weiter stark. dpa

Das erste Wachstumsjahr der Autobranche seit vier Jahren lässt ohnehin keine Euphorie ausbrechen, nun lahmt der Aufschwung auch schon wieder. Deutsche Modelle performen aber weiter stark.

HamburgDie Erholung an Europas Automarkt verliert an Kraft. Im November kamen EU-weit rund 950.000 Neuwagen auf die Straßen. Das war ein Plus von gut einem Prozent, wie der Herstellerverband Acea am Dienstag mitteilte. Zugleich war dies der niedrigste Zuwachs seit einem Jahr. Von Januar bis November wurden europaweit fast sechs Prozent mehr Neuwagen zugelassen als im Vorjahreszeitraum.

Damit steuert die Pkw-Nachfrage im Kriechgang das erste Wachstumsjahr seit vier Jahren an. „Ein echter Aufschwung sieht anders aus“, sagte Autoexperte Peter Fuß von der Beratungsfirma EY. Nach wie vor lägen die Neuzulassungen erheblich unter dem Niveau vor der Krise.

Für das Gesamtjahr prognostiziert EY 12,5 Millionen Neuwagenverkäufe in der EU. Das wären zwar gut fünf Prozent mehr als 2013, aber 13 Prozent weniger als 2008, rechnete Fuß vor. Insgesamt würden in diesem Jahr 1,8 Millionen Autos weniger verkauft als im Vorkrisenjahr. „Der europäische Automarkt verlässt nur sehr langsam den Krisenmodus“, fasste Fuß zusammen.

Im vergangenen Monat kletterte die Neuzulassungen nur in drei der fünf größten EU-Staaten. Während der Absatz in Deutschland und Frankreich leicht schrumpfte, wuchs er in Großbritannien und Italien kräftig. In Spanien kamen sogar 17 Prozent mehr Neuwagen auf die Straßen, weil der Staat die Nachfrage mit einer Abwrackprämie ankurbelt.

Auch nächstes Jahr dürfte sich der Automarkt insgesamt nur schleppend erholen. Weil die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten weiter schwelen und die Konjunktur in einigen Ländern Westeuropas auf der Kippe steht, rechnen Branchenvertreter auch in den nächsten Monaten mit niedrigen Wachstumsraten. „Eine deutliche Erholung des Neuwagenmarktes im Jahr 2015 ist daher unwahrscheinlich“, sagte EY-Partner Fuß. Der stark gesunkene Ölpreis entlaste die Privathaushalte allerdings bei den Heiz- und Benzinkosten und könnte so den ein oder anderen doch zum Kauf eines Neuwagens ermuntern.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Die deutschen Hersteller lässt die maue Pkw-Nachfrage dennoch weitgehend kalt. Sie bauten ihren Marktanteil in den ersten elf Monaten nach EY-Berechnungen auf den Rekordwert von 37,1 (2013: 36,9) Prozent aus. Während Marktführer Volkswagen seinen Anteil auf 25,4 (Vorjahr 25,0) Prozent hochschraubte, verzeichneten BMW und Daimler leichte Rückgänge.

Wie stark die Krise die Gewichte in der Branche verschoben hat, zeigt eine langfristige Analyse von EY: Demnach steigerte der VW-Konzern seinen Marktanteil seit 2007 um 5,9 Prozentpunkte und konnte seine Marktführung in diesem Zeitraum deutlich ausbauen. Dagegen verloren Peugeot, GM und Ford in der EU an Boden. Sie büßten jeweils mehr als zwei Prozentpunkte ein. Lediglich Renault konnte seinen Anteil dank der Billigmarke Dacia erhöhen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

18.12.2014, 12:18 Uhr

Zugleich war dies der niedrigste Zuwachs seit einem Jahr.

Zugleich war dies der niedrigste Zuwachs seit einem Jahr.

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WENN IN INDUSTRIELLE FETTE JAHREN DER VERGANGENHEIT...

bekannt wurde wie die Autoindustrie die Statistiken manipuliert hat...

mit Tageszulassungen...und andere Methoden wie etwa die unendlich ausdehnbare Systeme des Leasen...

durch Exporte die dann in Reimporte gedreht wurden

( ohne dass die Fahrzeuge je seinen Standort sogar verlassen haben )...

dann muss man sich heute fragen was und wie viel Glaubwürdigkeit man an solche Schlagzeilen zuteilen darf.











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