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30.05.2013

14:41 Uhr

Europas mächtigste Familie

Porsche schwört Nachfahren für ein Weltreich ein

VonMark Christian Schneider

ExklusivDie mächtige Porsche-Sippe bereitet sich für ein Weltreich mit Marken wie VW, Porsche und MAN vor. Wolfgang Porsche sagt, es mache niemanden glücklich, „auf dem Sofa zu sitzen und zu warten, bis die Dividende kommt“.

Wolfgang Porsche sagt, niemanden mache es glücklich, „auf dem Sofa zu sitzen und zu warten, bis die Dividende kommt“. dpa

Wolfgang Porsche sagt, niemanden mache es glücklich, „auf dem Sofa zu sitzen und zu warten, bis die Dividende kommt“.

DüsseldorfGut 80 Mitglieder umfasst die Familie des Gründers Ferdinand Porsche heute. Die Clan-Chefs Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche müssen die nächste Generation an ein Weltreich mit Marken wie VW, Porsche und MAN heranführen. „Die Familie hat heute eine größere Verpflichtung denn je“, sagte Wolfgang Porsche dem Handelsblatt. „Wir reden schließlich nicht mehr von der kleinen Porsche AG mit 10.000 Beschäftigten, sondern von einem Konzern mit weltweit 550.000 Mitarbeitern und deren Familien. Dafür tragen wir Verantwortung mit. Deshalb müssen wir an einem Strang ziehen.“

Sein ältester Sohn Christian, Facharzt für Neurologie, organisiert regelmäßig Treffen unter den Erben. „Dort trifft sich die vierte Generation zu Vorträgen. Daran nehmen fast alle teil“, so Wolfgang Porsche. Geladen werden hochkarätige Referenten, die anspruchsvolle Fachthemen besprechen.

Christian Porsche gehört zur vierten Generation der mächtigen Porsche-Sippe. Allein diese vierte Generation umfasst mittlerweile 34 Cousinen und Cousins. Für seinen Vater ist entscheidend, dass die Nachfahren selbst anpacken. „Gerade weil unsere Kinder so gut gestellt sind. Jeder soll seinen Beruf haben und das verwirklichen, was ihm Spaß macht“, sagte Wolfgang Porsche. Niemanden mache es glücklich, „auf dem Sofa zu sitzen und zu warten, bis die Dividende kommt“.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Die Jungen, beide Ende 30, sind sich der Verantwortung bewusst. „Die Generation über mir muss entscheiden, wie sie mit den Unternehmensanteilen umgehen will. Es wird in jedem Fall Regelungen geben, die eine Zersplitterung der Anteile verhindern“, sagte Daniell Porsche dem Handelsblatt. Er hält in seiner Generation die meisten Anteile.

Ein Konsortialvertrag regelt Einvernehmlichkeit. „Trotz aller Diskussionen im Vorfeld wichtiger Entscheidungen leben wir diese Vereinbarung“, so Wolfgang Porsche. Sein Neffe Daniell veröffentlichte 2012 ein Buch mit dem Titel „Es gibt noch mehr im Leben als Autos bauen“. Es erlaubt einen seltenen Blick von innen auf das Leben der Familie. Besonders auf der Piëch-Seite fiel das Echo geteilt aus. „Zwei oder drei Personen aus der Familie sollten die Fäden zusammenhalten. Ich möchte mich dafür nicht aufdrängen, sondern gewollt werden“, so Daniell Porsche heute. Noch scheint die Zeit nicht reif zu sein für den Querkopf. „Im großen Konzern sehe ich für mich derzeit keine Chance auf Einflussnahme“, sagte er.

Einig sind sich alle in einem: Einen zweiten Ferdinand Piëch, Chefaufseher von VW, wird es nicht geben. „Die Familienmitglieder brauchen in jedem Fall Wirtschaftskompetenz“, sagte Volkswagens Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Handelsblatt, „sie müssen aber auch das Unternehmen kennen und brauchen auch die soziale Kompetenz, sich in das Schicksal abhängiger Beschäftigter einzufühlen.“ Den Anfang macht eine Belegschaftsstiftung, die der VW-Betriebsrat und die Familienstämme gemeinsam kontrollieren. Weitere Schritte sollen folgen.

„Das ist ein Prozess, an dem wir intensiv arbeiten. Wir stellen dazu einige Überlegungen an und es gibt eine Reihe von Modellen, zu denen Instrumente wie Stiftungen gehören“, so Wolfgang Porsche. „Aber wir haben uns da noch nicht festgelegt. Entscheidend ist, dass der Generationswechsel vernünftig und geordnet vonstattengeht.“ In Frage kommt für die Führungsrolle im VW-Porsche-Konzern auch eine externe Lösung. „Nüchtern betrachtet, kann das ein Herr A oder kann es eine Frau B machen. Jedenfalls muss es nicht zwangsläufig jemand mit dem Namen Porsche oder Piëch sein“, so Wolfgang Porsche.

Den gesamten Artikel können Sie ab 20 Uhr in der Live-App lesen.

Kommentare (7)

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keeper

30.05.2013, 15:17 Uhr

" „Nüchtern betrachtet, kann das ein Herr A oder kann es eine Frau B machen. Jedenfalls muss es nicht zwangsläufig jemand mit dem Namen Porsche oder Piëch sein“, so Wolfgang Porsche."


...und welche Frage drängt sich da einem wohl auf? ...

martind

30.05.2013, 16:46 Uhr

das luxusproblem dieser sippe könnte durch eine vernünftige und solidarische erbschaftsteuer aus der welt geschafft werden.

pro-trade

30.05.2013, 17:31 Uhr

Vernünftig und solidar?
Das ist dann der Lohn dafür etwas aufzubauen und Arbeitsplätze zu schaffen? Ich denke nicht dass sie wollten das Ihr Unternehmen (sofern Sie in der Lage wären eins zu gründen), welches Ihr Lebenswerk darstellt und Sie aus eigenem Schweiß und Blut ein leben lang geschaffen haben, nach Ihrem ABleben einfach (zumindest zu großen Teilen) an den Saat fällt. Ich baue doch im Leben etwas auf um es auch meinen folgenden Generationen zu vermachen und nicht dem Staat damit dann Berufspolitiker ohne Sinn und Verstand die Kohle raushauen kann bzw. damit seine ungerechtfertigte Rente sichert.
Es ist ein Verbrechen bereits versteuertes Geld nochmal zu versteuern; das ist lediglich die Schröpfung der Tätigen.
Sie sind scheinbar nur von Neid durchfressen da Sie es offenbar selbst nicht schaffen sich etwas aufzubauen und tun mir einfach wahnsinnig Leid.

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