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25.04.2012

12:02 Uhr

Eurozone

Konsumflaute in Europa belastet Puma

Der Sportartikelhersteller Puma leidet unter der fehlenden Kauflust europäischer Verbraucher. Der Überschuss verringerte sich im ersten Quartal deutlich. Selbst in China läuft es nicht mehr rund.

Schuhe des Sportartikelherstellers Puma in Herzogenaurach. dpa

Schuhe des Sportartikelherstellers Puma in Herzogenaurach.

HerzogenaurachSinkende Umsätze in Europa und bei Schuhen, kaum noch Wachstum in China: Der Sportartikel-Hersteller Puma kämpft zu Jahresbeginn überraschend mit vielen Problemen. Die Ziele für 2012 sind aber nicht in Gefahr, sollte der Frühling wie erhofft Fortschritte bringen. Der Konzern spürt die angespannte Lage in der Euro-Zone, die zu einer Zurückhaltung der Konsumenten führt. „Wir haben begonnen, auf die Herausforderungen zu reagieren“, sagte Puma-Chef Franz Koch am Mittwoch. So soll das Europa-Geschäft unter neuer Führung umgebaut werden. Details soll es im Sommer geben. Dank der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine sowie den Olympischen Spielen in London bleibt Koch aber Optimist: „Wir haben Produkte in der Pipeline, die dem Umsatz einen Schub verleihen werden.“

So sollen die Erlöse im Gesamtjahr den Angaben zufolge um knapp zehn Prozent steigen und der Konzerngewinn um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zulegen. Danach sieht es nach dem ersten Quartal allerdings noch nicht aus: Der Überschuss fiel von Januar bis März um knapp fünf Prozent auf 73,9 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 77,6 Millionen Euro gerechnet. Ab dem zweiten Quartal soll es wieder Zuwächse geben. Auch beim Umsatz kam die Marke mit der springenden Raubkatze nicht wie vom Markt erwartet voran. Die Erlöse zu Jahresbeginn kletterten nur um gut sechs Prozent auf 820,9 Millionen Euro. Hier hatten die Experten mit 843 Millionen Euro gerechnet. Die Aktie entwickelte sich mit einem mageren Plus von 0,04 Prozent deutlich schlechter als der Gesamtmarkt.

Der Europa-Absatz fiel um knapp zwei Prozent. Vor allem in Frankreich, Italien und Skandinavien gebe es Probleme, während sich Deutschland und Großbritannien besser entwickelten, hieß es. Der späte Wintereinbruch habe zudem dazu geführt, dass die Frühjahreskollektion vom Handel erst später geordert worden sei. Puma will nun die Geschäftsabläufe verschlanken und einige Verwaltungsaufgaben zentralisieren. Ob dies einen Stellenabbau nach sich zieht, steht noch nicht fest. Sergio Bucher, bisher für das globale Einzelhandelsgeschäft zuständig, wurde zum neuen Europa-Chef ernannt und soll die Restrukturierung umsetzen.

Auch der Umsatz mit Schuhen fiel leicht, während Textilien und Accessoires gefragt waren und prozentual zweistellig zulegten. Schwach waren primär die Zahlen im Lauf- und Trainingsbereich in den etablierten Märkten. Ultraleichte Schuhe sollen nun für die Trendwende sorgen. Im Einzelfall könne es auch Preissenkungen geben, um wieder mehr Kunden zu gewinnen. „Das wird aber nicht flächendeckend sein“, so Koch.

Selbst in China, wo die größeren Rivalen Nike und Adidas stark zulegen, läuft es für Puma nicht rund. Der Quartalsumsatz stieg hier nur leicht. „Das ist ein schwieriger Markt geworden“, sagte Koch. Lokale Anbieter würden den Markt mit unzähligen Produkten fluten. Insgesamt ging es in Asien aber dank Indien, Korea und Japan ebenso wie in Amerika bei den Umsätzen jeweils zweistellig nach oben.

Von

rtr

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