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20.05.2012

18:12 Uhr

Evoniks Börsengang

RAG will Aktien nur zu „fairem“ Preis verkaufen

ExklusivEvonik soll Ende Juni an die Börse gehen. Die RAG-Stiftung, die 75 Prozent an dem Unternehmen hält, will aber nur dann Aktien verkaufen, wenn diese einen „fairen“ Preis erreichen.

Evonik soll Ende Juni an die Börse gehen. dpa

Evonik soll Ende Juni an die Börse gehen.

Beim Börsengang von Evonik, der für Ende Juni geplant ist, könnten keine oder nur sehr wenige der Anteilsscheine auf den Markt kommen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende der RAG-Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking, dem Handelsblatt.

Die RAG-Stiftung hält 75 Prozent an dem Unternehmen. Sie braucht die Einnahmen aus dem Börsengang, um einen Kapitalstock aufzubauen, mit dem ab 2019 die jährlichen Schäden aus dem dann stillgelegten Steinkohlebergbau beglichen werden. Per Ende 2011 wird die dafür benötigte Summe auf 10,8 Milliarden Euro beziffert. Um diesen Kapitalstock zu erhalten, müsste Evonik beim Verkauf an der Börse mit mindestens 14,4 Milliarden Euro bewertet werden.

„Je niedriger die Zinsen, die wir für unser Geld bekommen“, so Bonse-Geuking, „desto mehr Kapital müssen wir vorhalten“. Laut dem Stiftungschef liegen der Kapital-Berechnung die über sieben Jahre gemittelten Zinsen und Inflationsraten zu Grunde. Der über eine feste Anzahl von Jahren gemittelte Zins kann jedoch weiter fallen, selbst wenn die Zinsen wieder leicht steigen. Bonse-Geuking betont deshalb: „Wir werden sicherstellen, dass wir in 2018 einen hinreichenden Kapitalstock haben“.

Implizit lasse sich daraus laut Bonse-Geuking ableiten, dass die Stiftung beim Preis der Anteilsscheine einen Puffer verlangen werde – eine Zahl wolle und dürfe er jedoch nicht nennen. „Evonik wird aber nicht verscherbelt“, sagte Bonse-Geuking, „wird der Preis, den wir für fair halten, nicht erreicht, kommen die Aktien nicht auf den Markt“.

Bonse-Geuking wollte sich auch nicht festlegen lassen, wieviele Anteilsscheine verkauft werden sollen. „Der jetzige Stiftungsvorstand will, dass die Stiftung auf geraume Zeit Mehrheitseigner des Unternehmens bleibt“, sagte der Manager. Es könne aber auch sein, dass weniger als zehn Prozent der Aktien verkauft werden.

Das Kuratorium der Stiftung berät am Montag (21. Mai) darüber, ob die Vorbereitungen für den Börsengang weiter laufen sollen – oder nicht.

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