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02.04.2006

14:48 Uhr

Ex-Opel-Chef als Nachfolger?

Pischetsrieder-Diskussion, die Zweite

Einige Wochen war es still geworden um Bernd Pischetsrieder. Der VW-Vorstandsvorsitzende war im Februar von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch attackiert worden mit den Worten, seine Vertragsverlängerung sei unsicher. Nun reißen mehrere Medienberichte die alten Wunden wieder auf. Und wieder einmal kursieren die Namen möglicher Nachfolger.

Zwei, die sich augenscheinlich nicht leiden können: Piech und Pischetsrieder. Foto: dpa

Zwei, die sich augenscheinlich nicht leiden können: Piech und Pischetsrieder. Foto: dpa

HB Frankfurt. Die Belegschaftsvertreter im Aufsichtsrat von Europas größtem Autohersteller wollten die Vertragsfrage nicht vor der Volkswagen-Hauptversammlung am 3. Mai entscheiden, um die Aktionäre nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen, sagte eine mit der Situation im Aufsichtsrat vertraute Person aus dem Arbeitnehmerlager am Sonntag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe für die Sitzung des Kontrollgremiums am 19. und 20. April keinen Tagesordnungspunkt mit der Personalie.

Die mit je etwa 21 Prozent beteiligten Großaktionäre, der Sportwagenbauer Porsche und das Land Niedersachsen, wollen die Personaldebatte allerdings bereits Mitte April vom Tisch haben. Aus Aufsichtsratskreisen hatte Reuters am Samstag erfahren, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking sei „wild entschlossen“, die Wahl Pischetsrieders am 19. April durchzuziehen. Dabei wisse er Niedersachsens Ministerpräsident Wulff an seiner Seite. Es ist üblich, dass die Verträge von Spitzenmanagern frühzeitig erneuert werden. Ein Volkswagen-Sprecher wollte die Berichte am Sonntag nicht kommentieren.

Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ meldete, die Arbeitnehmerbank sehe keinen Anlass zur Eile, weil der Vertrag des Konzernchefs noch bis zum Frühjahr 2007 laufe. Im Sommer sei auch noch Zeit. Die „Welt am Sonntag“ zitierte einen nicht näher genannten Aufsichtsrat: „Wir werden uns erstmal sein Sanierungskonzept anschauen, bevor wir entscheiden.“ Über die Vertragsverlängerung entschieden werden solle dann vielleicht erst am 2. Mai, einen Tag vor der Hauptversammlung.

Die Verlängerung von Pischetsrieders Vertrag gilt als umstritten, seit VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch im Februar in einem Zeitungsinterview die Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium als Opposition ausgemacht hatte. Die Vertragsverlängerung sei offen, so Piëch damals. Volkswagen kämpft mit Überkapazitäten, weswegen das Management einen radikalen Sanierungskurs angekündigt hat. Dies führte zu Streit mit den Arbeitnehmervertretern.

Pischetsrieder will bis 2008 die Kosten konzernweit um 10 Mrd. Euro senken und den Gewinn vor Steuern auf 5,1 Milliarden Euro steigern. Die Sanierung könnte bis zu 20 000 Mitarbeiter betreffen, hatte Pischetsrieder angekündigt.

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