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20.01.2012

09:00 Uhr

Ex-Thyssen-Krupp-Chef

Schulz gesteht Fehler ein

VonMartin Murphy, Wolfgang Reuter

ExklusivDer Ex-Chef von Thyssen-Krupp, Ekkehard Schulz, hat zwar Fehler in Zusammenhang mit dem neuen Werk in Brasilien eingeräumt. Er habe die Kosten aber nicht verschleiert, die sich später drastisch erhöhten.

Der ehemalige Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz steht in der Kritik. AFP

Der ehemalige Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz steht in der Kritik.

DüsseldorfDer Ruhrkonzern Thyssen-Krupp musste im Geschäftsjahr 2011 einen Verlust von 1,8 Milliarden Euro verkraften. Der Grund: eine Milliarden-Abschreibung auf das neue Stahlwerk in Brasilien, dessen Baukosten sich von 1,3 auf 5,2 Milliarden Euro vervierfacht hatten.

Als der Konzern die Nachricht im Dezember verkündete, war der Schuldige schnell gefunden: Ekkehard Schulz, der das Brasilien-Projekt als Vorstandschef 2004 initiierte und bis zu seinem Anfang 2011 erfolgten Wechsel in den Aufsichtsrat vorantrieb. Der Manager, so hieß es in der Essener Zentrale, habe jahrelang die wahren Kosten des Werks verschwiegen.

Jetzt holt der 70-Jährige, der Anfang Dezember von seinem Aufsichtsratsposten zurücktreten musste, im Gespräch mit dem Handelsblatt zum Gegenschlag aus. Die Anschuldigung der bewussten Täuschung des Kontrollgremiums weist er als „infame Unterstellung“ zurück. „Das ist völliger Unsinn.“ Er sei vielmehr häufig für seine konservativen Prognosen vom Kapitalmarkt kritisiert worden.

Schulz widerspricht auch der Darstellung, die Kosten für das Brasilien-Werk seien von 1,3 auf 5,2 Milliarden Euro gestiegen. Die Zahl 1,3 sei lediglich einmal als mögliche Größenordnung einer Investition genannt worden. Aber schon die Kosten der ursprünglichen Planung hätten, mit Hafen, Kokerei und Kraftwerk, bei 3,5 Milliarden Euro gelegen. Wer die Zahl 1,3 nenne, „vergleicht Äpfel mit Birnen“. Zudem seien die Baukosten „dem Aufsichtsrat regelmäßig berichtet worden“, so Schulz.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

20.01.2012, 07:35 Uhr

Manager machen keine Fehler - sie kreieren 'Alleinstellungsmerkmale', wie Stromberg ganz richtig feststellt: http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Ganz-grosses-Kino-Edmund-Stoiber-und-Bernd-Stromberg-ehren-Medienmann-Thomas-Ebeling_105158.html

;-)

Account gelöscht!

20.01.2012, 07:51 Uhr

Es ist ja auch nur eine Lappalie, 5.2 Milliarden statt 2.4.
Da ist es auch wichtig, dass der Mann sich verteidigen darf und erklären kann, es sei keine Absicht oder Schlamperei gewesen, aber im Grunde genommen nur etwas "Gutgläubigkeit" von ihm...
Ich frag mich nur, wie viel Verständnis solche Manager aufgebracht hätten, wenn ein bescheidener Mitarbeiter einen Fehler von 0.01% dieser Summe gemacht hätte.

yberg

20.01.2012, 08:05 Uhr

einer allein kann nicht zwo milliarden gewinn und verlust verursachen,verantwortlich dafür kann er jedoch und muß er als vorstandsvorsitzender sein.

hoffentlich lernen die kruppianer voran der oberehrenkruppler und sein adlatus cromme,daß im laden ein strukturproblem grassiert und bestimmte bereiche,hier expansion,neu organisiert und anderst überwacht werden müssen in folge fehlentwicklungen früher erkannt und damit beherrschbar werden.

uns aktionären ist mit sündenböcken nicht gedient,die treiben nurdie kosten und schädigen unser invest.

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