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06.10.2015

16:09 Uhr

Exklusiv-Studie

Pharma verschläft die Digitalisierung

VonMaike Telgheder

Auslaufende Patente, politische Krisen und Kostensenkungen treiben die Pharmakonzerne um. Die Industrie 4.0 schafft es dagegen wohl erst in 15 Jahren auf die Agenda der Branche, wie eine exklusive Studie zeigt.

Für die Produktionsprozesse von Medikamenten ist die Digitalisierung noch nicht von großer Bedeutung. dpa

Pharmabranche

Für die Produktionsprozesse von Medikamenten ist die Digitalisierung noch nicht von großer Bedeutung.

FrankfurtAlle reden von der „Industrie 4.0“, der vierten industriellen Revolution. Das Internet lässt die reale und virtuelle Welt zusammenwachsen. Wie das funktioniert? Die Informations- und Kommunikationstechnologie verbindet sich mit der Automatisierungstechnik zum Internet der Dinge und Dienste. Weil sich Geräte und Maschinen vom Lieferanten bis zum Kunden eng miteinander vernetzen lassen, ergeben sich für Unternehmen große Chancen.

Doch die Pharmabranche hinkt in Sachen Digitalisierung bislang noch stark hinterher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Management-Beratung Camelot unter 30 Führungskräfte von weltweit tätigen Pharmaunternehmen in 16 Ländern. Die Studie liegt dem Handelsblatt exklusiv vor. Erst in 15 Jahren stehe das Thema ganz oben auf der Agenda der Konzerne – aber dann für sämtliche Funktionsbereiche der Pharmabranche.

Innerhalb der Branche gibt es allerdings Unterschiede. Für manche Bereiche sei das Thema schon heute von großer Bedeutung. So geben 60 Prozent der Befragten an, dass insbesondere die Logistik und die Lieferketten in den kommenden fünf Jahren von dem Fortschritt der Technologie betroffen sein werden. Anders im Bereich Forschung. 75 Prozent der Branchenkenner gehen davon aus, dass die Digitalisierung dort derzeit keinen Einfluss habe.

In der Zukunft soll die Dominanz der Technik aber zunehmen. In 15 Jahren, geben 95 Prozent der Manager an, werden Logistik und Lieferketten stark von der digitalen Vernetzung beeinflusst. Ähnliches gilt ihrer Meinung nach auch für die Entwicklung von Medikamenten (70 Prozent der Befragten) und das Marketing (90 Prozent).

44 Prozent der Branchenkenner beschäftigt derzeit, wie Unternehmen Patienten im Krankheitsverlauf begleiten können – und das über die klassische Medikation hinaus. Das Ziel: eine größere Therapietreue. Absehbar sei schon jetzt, dass künftig bei der Behandlung noch mehr Überwachungsgeräte und Sensoren zum Einsatz kommen.

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