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30.12.2014

12:38 Uhr

Expansion in China

Hyundai bläst zur Attacke auf VW

Expansion im Reich der Mitte: Hyundai will zwei neue Fabriken in China bauen – und seine lokale Produktion so um rund 50 Prozent steigern. Der südkoreanische Autohersteller macht damit Jagd auf die Konkurrenz.

Der südkoreanische Hersteller Hyundai will in China expandieren. Großflächig. Reuters

Der südkoreanische Hersteller Hyundai will in China expandieren. Großflächig.

PekingDas Wachstum in China verlangsamt sich, doch die Autohersteller stört das wenig. Nun hat der koreanische Hersteller Hyundai angekündigt, im Reich der Mitte gleich zwei neue Fabriken zu bauen. Damit würden die Südkoreaner ihre Produktion um 57 Prozent steigern. Ähnliche Pläne verfolgen auch Volkswagen und General Motors. Mit seiner Ankündigung bläst Hyundai nun zur Jagd auf die beiden Konzerne.

Die Produktionsstätten in Cangzhou in der Provinz Hebei und Chongqing sollen im zweiten Halbjahr 2016 ihren Betrieb aufnehmen, hieß es in einer Mitteilung von Hyundais lokalem Partner BAIC am Dienstag. Demnach würden in beiden Fabriken jährlich 300.000 Autos vom Band laufen. Eine Investitionssumme nannte BAIC nicht. Das Unternehmen baut auch mit Daimler in einem Joint-Venture gemeinsame Autos.

Mit seinen Plänen reagiert Hyundai auf die anhaltend hohe Nachfrage in China. Genau wie die Konkurrenten Volkswagen und General Motors verkaufen auch die Südkoreaner immer mehr Autos im Land der Mitte. Bisher betreibt Hyundai bereits drei Fabriken in China. Gemessen an den Verkäufen ist das Unternehmen dort der viertgrößte ausländische Autohersteller.

Die größten Autohersteller in China

Platz 10

Chery - 496.000 verkaufte Fahrzeuge

Der größte unabhängige Autohersteller China ist einer der Kooperationspartner von Daimler und drängt mit der Marke Qoros auch auf den internationalen Markt.

Quelle: CAAM, Stand: 2012

Platz 9

Honda - 589.000 verkaufte Fahrzeuge

In Kooperation mit Dongfeng starteten die Japaner im Jahr 2005 die Produktion des Honda Fit. Acht Jahre später kommen sie auf einen Marktanteil von vier Prozent.

Platz 8

Chevrolet - 689.000 verkaufte Fahrzeuge

Das Joint Venture mit der Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC) zahlt sich für den Branchenriesen GM aus. Exklusive Modelle wie der Chevrolet Sail bescheren einen Marktanteil von sechs Prozent.

Platz 7

Buick - 697.000 verkaufte Fahrzeuge

Die zweite GM-Tochter in China verkauft sogar noch etwas mehr Fahrzeuge. Künftig sollen auch Opel-Modelle unter dem Logo der Amerikaner auf dem chinesischen Markt verkauft werden.

Platz 6

Toyota - 747.000 verkaufte Fahrzeuge

Der Weltmarktführer erreicht in der Volksrepublik keinen Spitzenplatz. Nun wollen die Japaner 154 Millionen Euro in ein neues Entwicklungszentrum in China investieren.

Platz 5

Changan - 751.000 verkaufte Fahrzeuge

Aus einem Joint Venture mit Suzuki ist über die Jahre der zweigrößte chinesische Autohersteller geworden. Zuletzt präsentierten die Chinesen ihre Modelle auch auf der IAA in Frankfurt.

Platz 4

Nissan - 793.000 verkaufte Fahrzeuge

Nachdem ein Streit um eine Inselgruppe die Verkäufe der Japaner hatte einbrechen lassen, erholen sich die Verkaufszahlen in China langsam wieder. Der Marktanteil beträgt mittlerweile fünf Prozent.

Platz 3

Hyundai - 887.000 verkaufte Fahrzeuge

Der Autoriese aus dem Nachbarland Südkorea gehört auch in China zu den ganz Großen. Das Joint-Venture mit der Beijing Automotive Group kommt auf einen Marktanteil von sechs Prozent. Das reicht für Bronze.

Platz 2

Wuling - 1,21 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das chinesische Unternehmen konzentrierte sich lange auf sehr spartanische Kleinwagen. Durch das Joint Venture von SAIC, GM und Wuling Motors wächst der neue Autobauer allerdings rasant.

Platz 1

Volkswagen - 2,05 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Wolfsburger verteidigen die Spitze - und bauen ihren Vorsprung sogar noch weiter aus. In Fernost kommt VW auf einen Marktanteil von 13 Prozent. Kein Markt ist konzernweit wichtiger.

Auch die Schwestergesellschaft Kia, an der Hyundai rund 33 Prozent hält, wird in China expandieren. Das Unternehmen plant eine Erweiterung seiner dritten Produktionsstätte in der Jiangsu Provinz. Ab 2016 sollen dort jährlich 450.000 Autos statt wie bisher 300.000 produziert werden.

Obwohl sich das Wachstum am chinesischen Automarkt verlangsamt habe, sei es immer noch ein „Schlüsselmarkt“, sagte der Analyst Shin Chung Kwan von KB Investment & Securities. Hyundai werde davon durch die erhöhten Kapazitäten profitieren.

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