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01.04.2013

13:12 Uhr

Expansion

Volkswagen stellt neue Mitarbeiter ein

ExklusivBis 2018 will der Autokonzern die Zahl seiner Beschäftigten um 50.000 erhöhen. Arbeitssuchende in Europa werden davon allerdings kaum profitieren. Der Einfluss des Betriebsrats nimmt jedoch weltweit zu.

Volkswagen wird zur Jobmaschine. dpa

Volkswagen wird zur Jobmaschine.

HamburgDer Autokonzern Volkswagen will bis 2018 die Beschäftigtenzahl von derzeit rund 550.000 auf gut 600.000 Menschen ausbauen. Allerdings werden die meisten davon nicht in der Heimatregion arbeiten. „Angesichts der Absatzkrise in Europa müssen wir bei den Einstellungen genau darauf achten, wo wir uns personell verstärken“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh dem Handelsblatt. „Volkswagen wächst und stellt deshalb weiter in der Produktion ein, aber weniger in Europa, sondern stärker in China“, so der Betriebsratschef, der im Präsidium des VW-Aufsichtsrats sitzt.

Bereits heute arbeitet mit fast 300.000 Beschäftigten die Mehrheit der Belegschaft des Konzerns im Ausland – gut die Hälfte davon ist außerhalb Europas im Einsatz. Eine Folge der Internationalisierung ist die Ausweitung der deutschen Mitbestimmung auf davon bisher unberührte Regionen. „Bei VW ist die Kultur der Mitbestimmung ein Erfolgsfaktor“, so Betriebsratschef Osterloh. Weltweit gebe es an allen Standorten im Konzern Modelle der Interessenvertretung der Beschäftigten auf Basis nationaler Rahmenbedingungen.

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

„Auch für den Standort Chattanooga arbeiten wir an einem solchen Modell der Mitbestimmung“, sagte Osterloh mit Blick auf das 2011 eröffnete Werk in Tennessee, im Süden der USA. Allerdings stößt genau das dort auf Gegenwehr. „Ich würde es hassen, wenn irgendetwas passiert, das die Produktivität des Werkes schädigt oder Investitionen in Chattanooga abschreckt“, zitierte die „Times Free Press“ Gouverneur Bill Haslam.

Volkswagens Betriebsratschef Osterloh befremdet es dagegen, „dass ein Politiker, der sicherlich auf dem Boden der Demokratie steht, sich so scharf gegen ein demokratisches Recht von Arbeitnehmern wendet“, sagte er dem Handelsblatt.

Osterloh steht seit Juni 2005 an der Spitze des Betriebsrats. Im März 2014 tritt er wohl zum letzten Mal bei der Betriebsratswahl an. Der 56-Jährige muss dann in der neuen Amtszeit bis 2018 die Weichen für einen geordneten Generationswechsel stellen. Mit seinem neuen Stellvertreter Stephan Wolf, der zehn Jahre jünger ist als er, läuft sich ein Anwärter auf die Nachfolge warm. „Stephan Wolf und ich sind ein gutes Tandem“, sagte Osterloh.

Die zehn größten Autohersteller Europas 2012

Platz 10

Nissan

Verkaufte Fahrzeuge: 0,42 Millionen (-6,3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 9

Toyota

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Toyota und Lexus: 0,5 Millionen (-3,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 8

Daimler

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart: 0,63 Millionen (-3 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 7

BMW Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken BMW und Mini: 0,77 Millionen (-1,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 6

Fiat Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Fiat, Lancia/Chrysler, Alfa Romeo, Jeep: 0,78 Millionen (-16,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 5

Ford

Verkaufte Fahrzeuge: 0,91 Millionen (-13,2 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 4

General Motors

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Opel, Vauxhall, Chevrolet, GM: 0,98 Millionen (-13,8 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 3

Renault Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Renault, Dacia: 1,03 Millionen (-19,1 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 2

PSA Gruppe

Verkaufte Fahrzeuge der Marken Peugeot und Citroën: 1,43 Millionen (-12,9 Prozent gegenüber Vorjahr)

Platz 1

Volkswagen

Verkaufte Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat, Skoda: 2,98 Millionen (-1,6 Prozent gegenüber Vorjahr)

Quelle

Über den Vorsitz entscheiden die 65 Betriebsräte in Wolfsburg. Bei Volkswagen soll der Betriebsrat perspektivisch nicht nur jünger, sondern auch weiblicher werden. Von den 65 Mitgliedern des Gremiums sind 15 weiblich. „Mittelfristig wünsche ich mir, dass der Anteil von Frauen noch stärker zunimmt“, sagte Osterloh. „Das gilt auch für die Spitze des Betriebsrates.“

Von

mcs

Kommentare (4)

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Vicario

01.04.2013, 13:42 Uhr

Zitat : Volkswagen stellt neue Mitarbeiter ein

VW könnte so langsam ganz nach China auswandern.....und zurück kommen, wenn sie wieder Steuergelder mit einer Abwrackprämie benötigen !
Mittel und Langfristig wird das Abenteuer China ins Auge gehen......da wird sich VW noch umgucken !

Account gelöscht!

01.04.2013, 14:23 Uhr

"rénmín ché, quiché"
(Volkswagen, das Auto)

Account gelöscht!

01.04.2013, 14:45 Uhr

In jedem Markt wird hon und wieder die Suppe salzig, deswegen kann man nicht ausschließlich beim heimischen Kotlett bleiben.
Zum Thema Gewerkschaften kann ich nur sagen, Vorsicht vor Blockadepolitik, wie z.B. bei Mercedes. Ein brillianter Manager wie Bernhard wird dort seit über 10 Jahren ausgebremst, schlichtweg, weil er den Gewerkschaften unbequem ist mit der Folge, das der Stern der Konkurrenz hinterher läuft. Auch die Korruptionsskandale mit Gewerkschaftlern bei VW sollte man nicht vergessen.
Ferner kommen oft linientreue Gewerkschaftler an Schaltstellen, seien es Positionen im Vorstand oder als Manager, denen es an Qualifikation und Eignung fehlt.
Hier ist so manches im Argen und das heutige System hat seine Schwachstellen.

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