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11.01.2011

10:23 Uhr

Expansionspläne

Konzerne gehen auf Einkaufstour

VonCarsten Herz, Christoph Kapalschinski, Hans G. Nagl, Rolf Benders, Siegfried Hofmann, Helmut Steuer

In der Krise hatten viele Konzerne ihre Expansionspläne auf Eis gelegt und die Gunst der Stunde genutzt, um Kosten deutlich zu senken. Das ist vorbei: Es läuft rund bei Fusionen und Übernahmen - die milliardenhohen Offerten für Sara Lee und Danisco sind nur der Anfang.

Der US-Konsumgüterkonzern Sara Lee ist ein begehrter Übernahmekandidat. DAPD

Der US-Konsumgüterkonzern Sara Lee ist ein begehrter Übernahmekandidat.

DÜSSELDORF/FRANKFURT/NEW YORK. Es ist ein Luxusproblem, das derzeit viele Konzerne plagt: Die Unternehmen haben zu viel Geld in der Kasse. Das Gleiche gilt für Finanzinvestoren. Knapp 1.000 Milliarden Dollar halten sie laut den Branchenexperten von Preqin für Firmenkäufe bereit. Bisher haben weder Firmen noch Investoren ihre Barbestände im großen Stil eingesetzt - die wirtschaftliche Lage war ihnen zu unsicher. Das aber ändert sich jetzt.

Zum Jahresauftakt sind gleich drei große Konzerne in das Visier von Investoren geraten. Der US-Chemieriese Dupont bietet 5,8 Milliarden Dollar für den größten dänischen Konzern Danisco, den Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen. Eine Gruppe von Finanzinvestoren arbeitet an einer Offerte für den Senseo-Kaffee- und Natreen-Hersteller Sara Lee, der an der Börse mit elf Milliarden Dollar bewertet ist. Für Sara Lee gibt es weitere Interessenten, die den Preis des Unternehmens treiben könnten. Auch in der US-Energiebranche bahnt sich ein Megadeal an: Duke Energy will für 13 Milliarden Dollar den Konkurrenten Progress übernehmen

Kein Zweifel: Die Manager sind wieder auf Einkaufstour. Und so paradox es klingt: Die prall gefüllten Kassen sind eine Folge der Krise. Denn in den vorigen Jahren herrschte eine selbst auferlegte Zurückhaltung. Viele Konzerne hatten ihre Expansionspläne auf Eis gelegt und die Gunst der Stunde genutzt, um Kosten deutlich zu senken.

Als 2010 die Wirtschaft ansprang, profitierten die Konzerne doppelt: von den Rahmenbedingungen und den Sanierungsmaßnahmen. Zudem starteten viele mit hohen Barbeständen. In der Krise hatten die Manager das Geld zusammengehalten, um liquide zu sein, sollten die Banken den Geldhahn zudrehen. Diese Phase ist vorbei. Jetzt sorgen sich die Bosse, nicht schnell genug zu investieren. Geld spielt offenbar kaum eine Rolle.

Kommentare (2)

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wortgeburt

11.01.2011, 11:49 Uhr

ich weiss wie die Sau heisst, die im Hb diese Woche durchs Dorf getrieben wird.....Sie heisst.....Der US industrie gehts ja soooo gut....man ist das alles plump.
im regelmässigen Abständen werden inhaltlich entsprechende beiträge diese Woche hier abgesondert.....

Konsumterror

11.01.2011, 12:33 Uhr

Ja ich bin ebenfalls erschüttert, wie man hier beim Hb und anderswo von Woche zu Woche probiert, die Leserschaft einseitig zu manipulieren und die gerade gewünschte Sau durchs Dorf zu treiben.
Gibt es denn wirklich keine "freie" Presse mehr?
Keinen Journalisten(innen), welche sich nicht mit einer Sache gemein machen?
Alle mittlerweile von Verlegern, Lobbyisten, Großkapital und Politik gekauft?
Wie sagte gestern Wirtschaftsmessias Joe Ackermann in seiner Neujahrsansprache zu seinen Jüngern;
"Wir sitzen alle in einem boot: banken, Unternehmen, Politik, Gewerkschaften – alle. Ohne das Vertrauen der Menschen können wir die vor uns liegenden Herausforderungen nicht erfolgreich bewältigen. Unsere neue, globalisierte Welt wird immer komplexer".
Der Mann hat Recht.
Während die einen bequem im boot sitzen und abkassieren, treiben die Sklavenhalter die Arbeiterschaft im Unterdeck mit Peitschenhieben zum Weiterrudern an.
Durch die Globalisierung und den EU-Rettungsschirm muss jetzt aber noch schneller und härter gerudert werden. Man presst alles was noch irgendwie geht von den Arbeitern raus, um sich selbst weiterhin die Macht und das Kapital zu sichern.
Meuterer und Querulanten kann man an bord nicht gebrauchen.
Deshalb muss man um das Vertrauen der Ruderer werben. Wenn die nämlich plötzlich das Denken anfangen und erkennen, das sie die ganze Zeit gegen ihre eigenen interessen gerudert sind, dann entern sie das boot und entledigen sich vom unnötigen ballast und schon rudert es sich viel leichter
ohne Ackermänner, Merkels, Junkers, Trichets, bernankes, bsiskes, Sommers und die andere bagage.
Die EU und den Euro kann man gleich mit versenken, diese braucht kein Mensch.




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