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17.08.2015

12:54 Uhr

Explosion im Hafen

Toyota stoppt Produktion in Tianjin

Die Katastrophe im Hafen von Tianjin bekommt die Stadt auch wirtschaftlich zu spüren. Autobauer Toyota legt drei Fertigungsstraßen bis Mittwoch still. Und auch andere Konzerne stoppen ihre Produktion vorerst.

In der Hafenstadt Tianjin produzieren Mitsubishi Motors und Toyota für den chinesischen Markt. Die Explosion beschädigte ihre Produktionsstätten. Reuters

Katastrophe von Tianjin

In der Hafenstadt Tianjin produzieren Mitsubishi Motors und Toyota für den chinesischen Markt. Die Explosion beschädigte ihre Produktionsstätten.

TokioNach den verheerenden Explosionen in einem Gefahrgutlager im chinesischen Tianjin hat der japanische Autobauer Toyota seine Produktion dort vorerst gestoppt. Insgesamt drei Fertigungsstraßen seien bis mindestens einschließlich Mittwoch stillgelegt, teilte Toyota am Montag mit. Das Unternehmen begründete den Schritt mit Evakuierungen der Umgebung. Bei vielen Konzernen waren die genauen Auswirkungen der Katastrophe von vergangener Woche noch nicht klar.

In dem betroffenen Industriegebiet der Millionenstadt Tianjin im Osten Chinas befinden sich eine Reihe von Autofabriken, Ölraffinerien und andere Produktionsstätten. Toyota unterhält dort zwei Fertigungsstraßen, in dem das Unternehmen nun vorübergehend die Arbeit ruhen lässt. Auch eine weitere Fertigungsstraße rund 70 Kilometer von Tianjin entfernt sei für mindestens drei Tage stillgelegt worden, da sie auf Teile aus Tianjin angewiesen sei, erklärte Toyota.

Zum Zeitpunkt des Unglücks am vergangenen Mittwoch waren Betriebsferien bei Toyota in Tianjin. Die Produktion sollte an diesem Montag wieder anlaufen. Nun sei sie wegen der Evakuierung der Umgebung gestoppt worden, erklärte Toyota. Ob die dadurch entfallene Produktion aufgeholt wird, war unklar. "Alles hängt vom Zustand der Anlagen" und anderen Unwägbarkeiten ab, sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Toyota produziert in Tianjin jährlich 440.000 Fahrzeuge, also etwa die Hälfte seiner in China vom Band laufenden Autos. Das Unternehmen beschäftigt in der 15-Millionen-Einwohner-Metropole 12.000 Arbeiter. Viele von ihnen wohnen in der Nähe des Unglücksortes - zum Teil in Wohnungen des Autobauers. 50 Angestellte wurden laut Toyota durch das Unglück verletzt. Bei den Explosionen in dem Gefahrgutlager mit hochgiftigen Chemikalien waren mindestens 114 Menschen getötet und mehr als 700 Menschen verletzt worden.

Toyotas Konkurrent Mitsubishi Motors erklärte, etwa 600 Fahrzeuge seien zum Zeitpunkt der Explosionen in dem Industriegebiet abgestellt gewesen. Das Ausmaß der Schäden sei bislang noch nicht klar. Das Unternehmen importiere nun über andere Häfen Fahrzeuge, um die Auswirkungen für die Kunden gering zu halten.

Wie Toyota ließ auch der japanische Elektronikkonzern Panasonic die Arbeiten in seiner Fabrik in Tianjin vorübergehend ruhen. Am Montag sei dort wegen Sicherheitsüberprüfungen nicht gearbeitet worden, sagte eine Sprecherin. Es gebe "kleine Schäden" wie zerbrochene Fenster. Ob die Arbeiten am Dienstag wieder aufgenommen werden könnten, sei noch nicht entschieden.

Von

afp

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