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24.07.2011

12:19 Uhr

Export

Siemens sucht Wachstum in Schwellenländern

Trotz schwacher Konjunktur und Schuldenkrisen in Europa und den USA will Siemens noch einmal mit Umsatz glänzen. Für die Zukunft erwartet die Unternehmensführung jedoch ein schwächeres Wachstum.

Siemens sieht seine Wachstumschancen vor allem in den Schwellenländern. Quelle: dpa

Siemens sieht seine Wachstumschancen vor allem in den Schwellenländern.

MünchenDie exportorientierte deutsche Industrie schraubt ihre Erwartungen wegen der weltweiten Abschwächung der Konjunktur sowie der Schuldenkrise in Europa und den USA zurück. Ein prominentes Beispiel ist Siemens. Wenn der Konzern am Donnerstag seine Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal präsentiert, will Finanzchef Joe Kaeser zwar noch einmal mit einem Anstieg bei Auftragseingang und Umsatz glänzen. Für die Zukunft erwartet die Siemens-Führung jedoch eine Abschwächung des Wachstums. Der Rückenwind der Krisenerholung sei abgeflaut.

Abzüglich der Zahlung von 650 Millionen Euro für das frühe Ende der Atomtechnik-Partnerschaft mit dem französischen Areva-Konzern rechnet Siemens mit einem Quartalsgewinn, der leicht über den 1,4 Milliarden Euro aus dem Vorjahr liegen soll. Der Auftragseingang dürfte vor allem aufgrund des Großauftrags der Bahn für den neuen Fernzug ICx höher ausfallen als ein Jahr zuvor. Auch die 20,7 Milliarden Euro aus dem starken zweiten Quartal will Siemens noch einmal übertreffen, wie Kaeser Ende Juni ankündigte. Der Umsatz soll mit etwa 17,7 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorquartals und leicht über dem des Vorjahres liegen.

Für das gesamte Geschäftsjahr, das Ende September endet, hatte Siemens-Chef Peter Löscher im Mai die Gewinnprognose auf „mindestens 7,5 Milliarden Euro“ angehoben. Und danach? Die Analysten schauen bei den Unternehmen nun verstärkt auf die Ausblicke. Kaeser vorsichtiges Zurückrudern war schon im Juni an der Börse nicht gut angekommen.

Bereits zu spüren bekommt Siemens die wirtschaftlichen Probleme und die politischen Querelen um den Haushalt in den USA. „Viele Infrastruktur-Projekte haben an Fahrt verloren“, klagte Löscher unlängst in New York. Geplante Hochgeschwindigkeitszugstrecken wurden gestrichen, und auch die Erneuerung des vielerorts maroden Energienetzes lässt auf sich warten. Seine Wachstumschancen sieht der Konzern nun vor allem in den Schwellenländern. China, Indien, Brasilien oder Russland gehören zu den bevorzugten Adressen, wohin Siemens künftig unter anderem grüne Technologie und nachhaltige Konzepte für das Leben in wachsenden Großstädten verkaufen will.

Aber auch in Ländern wie Chile, Indonesien, Mexiko oder der Türkei will Siemens stärker wachsen als der jeweilige Markt. Das bedeutet, der Konzern muss Konkurrenten Marktanteile abjagen. Die Atom-Skepsis zahlreicher Länder nach der Reaktor-Katastrophe in Japan hat Siemens schnell verdaut. Löscher erwartet nun einen Auftragsschub bei erneuerbaren Energien und verweist auf entsprechende Erfahrung. Der größte Auftragsschub im vergangenen Quartal kam schon einmal von der Energiesparte.

Von

dpa

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