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18.10.2011

09:16 Uhr

Exportindustrie

Maschinenbauer warnen vor Scheitern des Euro

Die vom Export geprägten deutschen Maschinenbauer sehen die Euro-Krise mit Sorge. Der Branchenverband warnt die Bundesregierung vor einem Scheitern der Gemeinschaftswährung - und fordert eine stabile Lösung.

Ein Monteur zieht die Muttern am Drehgestell eines Eisenbahndrehkrans an. dpa

Ein Monteur zieht die Muttern am Drehgestell eines Eisenbahndrehkrans an.

BerlinDie auf Hochtouren produzierenden deutschen Maschinenbauer haben die Bundesregierung vor einem Scheitern des Euro gewarnt. „Lassen Sie mich klar sagen, ein stabiler und verlässlicher Euro ist für uns - als Exportindustrie - essenziell“, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDMA, Thomas Lindner, am Dienstag auf dem Maschinenbaugipfel in Berlin laut Redetext. Eine Destabilisierung oder gar ein Auseinanderbrechen der Währungsunion wäre eine dramatische Entwicklung. Er forderte eine stabile Lösung. „Wir brauchen einen klaren Masterplan, was wann und wie passiert.“

Die Erweiterung des Rettungsschirms sei zwar unabdingbar, sagte Lindner. „Mit der Diskussion, diesen Rettungsschirm auch als Finanzierungsinstrument mit einer kaum kalkulierbaren Hebelwirkung zu benutzen, verspielt die Politik aber ihre Glaubwürdigkeit.“ Der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) forderte die Bundesregierung auf, sich bei der Rettung des Euro nicht von Stimmungen und Wahlterminen beirren zu lassen. „Die Regierungskoalition muss sich ihrer Verantwortung für Deutschland und für ganz Europa stellen, auch wenn in einigen Parteien ein paar Politiker ihr eigenes Wahlsüppchen fröhlich vor sich hin kochen.“

Die Maschinenbauer gelten als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Die überwiegend mittelständisch geprägte Branche, zu der auch börsennotierte Unternehmen wie ThyssenKrupp , Siemens, Gea oder Gildemeister gehören, hatte nach den Einbrüchen in der Wirtschaftkrise eine fulminante Aufholjagd begonnen. Lindner bekräftigte, dass die Unternehmen mit mehr als 900.000 Beschäftigten ihre Produktion in diesem Jahr um 14 Prozent steigern wollen und im kommenden Jahr um vier Prozent. Die Hersteller profitierten zuletzt nicht nur von dem traditionell starken Exportgeschäft, etwa in Asien, sondern auch von der Nachfrage aus dem Inland.

Doch die Freude ist nicht ungetrübt. „Es wäre schon tragisch, wenn die Realwirtschaft, die das letzte Mal Opfer der Verschuldungs- und Finanzkrise war, noch einmal im Höhenflug gestoppt würde.“ Die Gefahr einer Ansteckung sei durchaus gegeben.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Petra

18.10.2011, 09:42 Uhr

Exportweltmeister waren wir auch schon vor dem Euro! Durch die starke DM konnten wir Rohstoffe billig einkaufen, wodurch Heizöl und Benzin billig waren.
Das Ausland kauft nicht bei uns weil wir billig sind - das können die Asiaten besser! Das Ausland kauft in Deutschland, weil die Qualität gut ist. Ob ein Mercedes dann 70.000.- Euro oder 150.000.- DM kostet ist dann egal. Gleiches gilt auch für den Maschinenbau - Qualität wird eben bezahlt, unabhängig von der Währung!

D-Mark

18.10.2011, 09:46 Uhr

Warum, immer diese Lügengeschichten aus Industrie und Politik?
Hier unter nachfolgendem Link steht was völlig anderes, nämlich das es durchaus ein Vorteil für uns Deutsche sein kann, die D-Mark wieder einzuführen:

http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/mit-der-d-mark-zurueck-zu-alter-staerke-473373/2/

D-Mark

18.10.2011, 09:52 Uhr

Es geht den Konzernen und der Politik, sowie reichen Privatiers und Steuerflüchtern im Grunde nur um ihr gebunkertes Auslandsvermögen.
Bei einer Rückkehr zu unserer D-Mark würden dort Verluste entstehen, welche man ungern in Kauf nehmen möchte.
Deshalb versucht man mit allen Mitteln, den Euro zu verteidigen, obwohl es bei klarem Nachdenken, keinerlei essenziellen Gründe gegen die Wiedereinführung der D-Mark gibt. Die Großkopferten würden ein bißchen verlieren, aber die deutsche Bevölkerung würde insgesamt von der harten D-Mark profitieren - das ist Fakt.
Auch das Argument einer zu teuren Rückabwicklung und zu hoher logistischer Hürden zieht nicht, da es ja bei Umstellung auf den Teuro auch geklappt hat. Das sind nur Ausreden, wieso man nicht den Teuro rückabwicklen kann - glaubt Ihnen kein Wort sondern informiert euch, was eine Rückkehr zur D-Mark wirklich bedeuten würde!

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