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11.07.2012

12:07 Uhr

Exportmärkte intakt

Bayer profitiert von schwachem Euro

In der Eurokrise hat sich der Chemiekonzern Bayer laut Finanzchef Baumann bislang gut gehalten. Von der Schwäche der Gemeinschaftswährung profitiere besonders das Exportgeschäft. Allerdings leidet die Pharmasparte.

Bayer-Zentrale in Leverkusen: Der Konzern präsentiert Ende Juli seine Zahlen. ap

Bayer-Zentrale in Leverkusen: Der Konzern präsentiert Ende Juli seine Zahlen.

FrankfurtDer Pharma- und Chemiekonzern Bayer schlägt sich nach Einschätzung seines Finanzchefs in den Zeiten der Eurokrise wacker. Die Lage des Unternehmens sei eine ganz andere als es die massive Krise vor allem in der Europäischen Union spiegele, sagte Werner Baumann der Schweizer Zeitung „Finanz und Wirtschaft“. „Das hängt vor allem damit zusammen, dass unsere Exportmärkte nach wie vor funktionieren, der Konsum in einigen unserer wichtigsten Märkte intakt ist und wir davon profitieren, dass wir in Euro bilanzieren.“ Das Leverkusener Traditionsunternehmen will am 31. Juli seine Geschäftszahlen zum zweiten Quartal veröffentlichen.

Bayer habe bereits in den ersten drei Monaten des Jahres von der Schwäche des Euro gegenüber anderen Währungen profitiert. Um rund 90 Millionen Euro sei das Ergebnis im ersten Quartal dadurch aufgepolstert worden. „Seitdem haben sich die Währungsparitäten noch einmal verschoben. Der Rückenwind bleibt uns möglicherweise noch eine Zeit erhalten“, schätzt Baumann. Der Finanzchef hält dies aber für eine Sondersituation, was auf Dauer nicht so bleibe. „Wir spüren in einigen vorgelagerten Industrien, dass vorsichtiger bestellt wird“, sagte Baumann. Dazu trage sicherlich auch die Verunsicherung der Verbraucher bei.

Im Gesundheitsbereich HealthCare spürt der Konzern Baumann zufolge, dass viele Länder versuchen, die steigenden Kosten in ihren Gesundheitssystemen mit Sparmaßnahmen einzudämmen. „Darunter leiden wir“, sagte der Finanzchef. In den vergangenen drei Jahren habe Bayer durch eine stärkere Regulierung und die Kürzung von Medikamentenbudgets fast 0,5 Milliarden Euro verloren - in einem Pharmageschäft mit einem Jahresumsätzen von zehn Milliarden Euro.

In der Pflanzenschutzsparte CropScience sei Bayer gut in das Jahr gestartet. „Ein sehr starkes Geschäft“, sagte Baumann. Auch das Kunststoffgeschäft MaterialScience habe sich solide entwickelt. „Die Abschwächung, die beispielsweise Hersteller von Halbleitern oder Spezialchemikalien bereits spüren, werden wir in unserem Geschäft vermutlich auch sehen, aber später.“

Große neue Restrukturierungsprogramme hat der Konzern momentan nicht vor. „Wir haben derzeit keine weiteren Programme geplant“, sagte Baumann. Einem Verkauf der Kunststoffsparte MaterialScience, wie es Analysten und Investmentbanker immer wieder vorschlagen, steht der Manager skeptisch gegenüber.

„Einige Analysten fordern das. Aber muss man jedem Druck nachgeben, teilweise wider besseres Wissen?“ Bei Bayer seien vor 70 Jahren Polyurethane entdeckt worden. „Das verkauft man nicht mal eben“, sagte der Manager. Auch für die Kunststoffsparte gelte aber: „Wenn wir sehen, dass wir nicht mehr der beste Eigentümer für eines unserer Geschäfts sind, dann stärken oder veräußern wir es.“ Bayer werde das auch in Zukunft so halten.

Von

rtr

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