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22.04.2015

16:24 Uhr

Fabrik nahe Moskau

Maschinenbauer Wilo floriert in Russland

VonRegine Palm

In der Welt der Maschinenbauer ist der Pumpenhersteller Wilo eine glänzende Ausnahme. Die Branche leidet unter einem Absatzeinbruch in Russland, das Dortmunder Unternehmen nicht. Es setzt gar auf Expansion.

Lackierung einer Wilo-Pumpe: Der Maschinenbauer wächst vor allem im Ausland. dpa

Lackierung einer Wilo-Pumpe: Der Maschinenbauer wächst vor allem im Ausland.

Düsseldorf„Russland und die Türkei waren unsere Wachstumslokomotiven“, sagte Wilo-Chef Oliver Hermes am Mittwoch bei Vorlage der Jahreszahlen. Während deutsche Maschinenbauer im Russlandgeschäft laut Branchenverband VDMA Einbußen von 17 Prozent verzeichnet haben, ist der Dortmunder Pumpenspezialist im vergangenen Jahr gerade im Osten kräftig gewachsen. Allein in Russland sei der Umsatz in lokaler Währung um zwölf Prozent gestiegen.

Auch in den nächsten Jahren setzt der Anbieter von Pumpen und High-Tech-Pumpensystemen, die überall dort gebraucht werden, wo Wasser bewegt wird, stark auf Russland. Der Wilo-Chef bekräftigte erneut, dass sich das Unternehmen nicht aus dem russischen Markt zurückziehen werde. Ganz im Gegenteil: Im kommenden Jahr soll bei Moskau eine neue Produktionsstätte in Betrieb genommen werden; sie wird sogar größer als ursprünglich geplant ausfallen. Außerdem haben die Wilo-Vorstände gezielt bedeutende russische Kunden besucht, „um zu zeigen“, so Hermes, „dass der Markt für uns sehr wichtig ist.“

Auch in anderen Regionen treiben die Dortmunder ihre Globalisierung voran. Der Ausbau der Aktivitäten in Nordafrika ist ebenso geplant wie neue Niederlassungen in Lateinamerika. Impulse erhofft sich Hermes durch die olympischen Spiele 2016 in Brasilien – die Dortmunder sponsern den Deutschland-Achter. Die Region Südostasien soll zudem neben China, Indien und Korea die vierte starke Säule des Unternehmens in Asien werden.

„Wir gehen in neue Märkte rein, um die Wachstumsziele zu erreichen“, erklärte der Wilo-Chef. Bis 2020 soll der Umsatz auf über zwei Milliarden Euro gesteigert werden. Das Geschäftsjahr 2014 hat dazu beigetragen. Trotz negativer Währungseffekte lagen die Umsatzerlöse mit gut 1,23 Milliarden Euro auf einem neuen Rekordniveau. Der operative Gewinn (EBIT) wird mit 111,2 Millionen Euro etwas niedriger als im Vorjahr (126 Millionen Euro) ausgewiesen.

Die größten Maschinenbauer Deutschlands

Platz 11 – Stihl

Umsatz in 2013: 2,81 Milliarden Euro

Stihl ist ein schwäbisches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen-Neustadt, tätig in über 160 Ländern. Stihl entwickelt, fertigt und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und die Bauwirtschaft.

Platz 10 – Rolls-Royce Power Systems

Umsatz 2013: 3,35 Milliarden Euro

Die deutsche Firma mit Hauptsitz in Friedrichshafen hieß bis Januar 2014 noch Tognum. Sie bietet Dieselmotoren und Antriebssysteme an und ist seit 2007 an der Börse notiert.

Platz 9 – SMS Group

Umsatz 2013: 3,5 Milliarden Euro

Die SMS Group ist der Dachgesellschaft SMS Holding GmbH untergeordnet und verarbeitet Stahl und Nichteisenmetalle. Alleinaktionär ist die Familie um den deutschen Unternehmer Heinrich Weiss.

Platz 8 – MAN

Umsatz 2014: 3,75 Milliarden Euro (MAN Power Engineering)

Die „Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“ wurde bereits 1758 gegründet und war zunächst für Eisenverarbeitung zuständig. Seit 2011 hält Volkswagen die Mehrheit am Konzern.

Platz 7 – Gea

Umsatz 2014: 4,52 Milliarden Euro

Das börsennotierte Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Düsseldorf und ist auf die Herstellung von Prozesstechnik und Komponenten im Maschinenbau spezialisiert. Es wurde 1881 gegründet.

Platz 6 – Kion

Umsatz 2014: 4,68 Milliarden Euro

Die Wiesbadener Kion-Gruppe wurde 2006 gegründet, baut Gabelstapler und Lagertechnikgeräte. Sie ging aus der Linde AG hervor und ist seit 2013 an der Börse.

Platz 5 - Knorr Bremse

Umsatz 2014: 5,2 Milliarden Euro

Das Unternehmen aus München ist der weltweit führende Hersteller von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge. gegründet wurde es 1905 in Berlin.

Platz 4 – Voith

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 5,35 Milliarden Euro

Die Wurzeln des Heidenheimer Maschinenbau-Unternehmens gehen bis in das Jahr 1867 zurück. Voith befindet sich im Besitz der Gründerfamilie. Das Unternehmen beliefert unter anderem Wasserwerke, Automobilhersteller und die Papierindustrie.

Platz 3 – Thyssen-Krupp

Umsatz 2014: 6,27 Milliarden Euro (nur Thyssen-Krupp Industrial Solutions)

Deutschlands größter Stahlkonzern sitzt in Essen und entstand 1999 in Folge der Fusion von Hoesch-Krupp und Thyssen. Die historischen Wurzeln reichen in die Phase der industriellen Revolution in Deutschland zurück.

Platz 2 – Linde

Umsatz 2014: 17,05 Milliarden Euro

Die Linde-Gruppe sitzt in München und betreibt weltweit ihr Kerngeschäft mit Gasen und Prozess-Anlagen. Das 1879 gegründete Unternehmen ist börsennotiert und im Dax gelistet.

Platz 1 – Siemens

Umsatz im Geschäftsjahr 2013/14: 17,06 Milliarden Euro (nur Siemens Industry)

Das Dax-Unternehmen mit Sitz in Berlin und München ist Deutschlands größter Technologiekonzern. Die Firma wurde 1847 von Werner Siemens gegründet und setzt den Fokus auf Elektrotechnik.

Unter dem Strich sind die Dortmunder um drei Prozent gewachsen und haben den Angaben zufolge damit besser als die Branche abgeschnitten. Der weltweit führende Pumpenhersteller Grundfos berichtete Ende März unter Berücksichtigung der negativen Währungsauswirkungen von einem Rückgang des Nettoumsatzes um 4,1 Prozent. Dies habe in Euro einem Umsatzwachstum von 1,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro entsprochen.

Das neue Jahr bei Wilo ist erneut vielversprechend angelaufen. „Wir haben im ersten Quartal einen exzellenten Start verzeichnet“, sagte Hermes und verwies auf zweistellige Wachstumsraten.

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