Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.11.2012

14:23 Uhr

Fachkräftemangel

Tausende Stellen konnten nicht besetzt werden

Alleine im vergangenen Monat konnten Unternehmen in Deutschland rund 120.000 Stellen nicht besetzen. Es fehlen vor allem Mathematiker, Naturwissenschaftler und Techniker. Experten blicken pessimistisch in die Zukunft.

Der Fachkräftemangel eröffnet jungen Leuten nach Einschätzung der Experten weiterhin gute Einstiegs-, Aufstiegs- und Verdienstchancen. dpa

Der Fachkräftemangel eröffnet jungen Leuten nach Einschätzung der Experten weiterhin gute Einstiegs-, Aufstiegs- und Verdienstchancen.

Berlin Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker werden nach wie vor händeringend gesucht. Im Oktober konnten die Unternehmen in Deutschland rund 120 000 offene Stellen allein für Hochqualifizierte nicht besetzen. Werden noch die nicht-akademischen Berufe hinzugezählt, wächst die Lücke auf etwa 200 000 fehlende Bewerber. Das geht aus dem neuen Report des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu diesen Fachbereichen hervor - sie werden nach ihren Anfangsbuchstaben unter dem Kürzel MINT zusammengefasst.

Nach Darstellung von IW-Direktor Michael Hüther wird sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage allein schon aus demografischen Gründen weiter öffnen. „Die Ausscheidenden können nicht mehr durch Nachwuchs ersetzt werden“, sagte er bei der Vorstellung des MINT-Reports am Mittwoch in Berlin. In 17 der 24 MINT-Berufe gebe es derzeit mehr offene Stellen als Arbeitslose. Besonders groß ist die Lücke demnach bei Ingenieuren der Maschinen- und Fahrzeugtechnik. Keine Engpässe gibt es dagegen bei Chemikern und Biologen.

Der Fachkräftemangel eröffnet jungen Leuten nach Einschätzung der Experten weiterhin gute Einstiegs-, Aufstiegs- und Verdienstchancen. Hüther verwies auf weit überdurchschnittliche Lohnsteigerungen für Berufsanfänger im MINT-Bereich in den vergangenen Jahren.

Der Vorsitzende der Initiative zur Förderung von MINT-Berufen, Thomas Sattelberger, nannte es zwar erfreulich, dass die Zahl der Studienanfänger allein von 2010 bis 2011 um 23 Prozent gestiegen sei. Dies werde durch einen massiven Anstieg der Abbrecherquoten aber konterkariert. Allein in Maschinenbau und Elektrotechnik hätten zuletzt 53 Prozent der Uni-Neulinge hingeschmissen. Hier stünden die Hochschulen in der Pflicht.


Von

dpa

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rumpelstilzchen

21.11.2012, 14:41 Uhr

Gut, daß den Unternehmen die "Human Ressources" ausgehen! Vielleicht stellen sie dann wieder Mitarbeiter ein.

Account gelöscht!

21.11.2012, 15:06 Uhr

Komisch. Bei uns wurden die Einstiegsgehälter für Elektro-Ing. weiter gesenkt und mit ERA die Tariflöhne nochmal um 10% ! Mangel besteht allenfalls an Deppen, die immer mehr arbeiten für immer weniger Geld. Ist das evtl. der Grund warum einfach keine ausländischen sog. Fachkräfte zu uns kommen? Es hat es sich wohl schon herumgesprochen, dass mit der Absenkung der Lohngrenzen hier kein guter Staat zu machen ist ;-)

Account gelöscht!

21.11.2012, 15:06 Uhr

Erst lassen sie sie aus Geiz ins Ausland abwandern, und dann sind sie zu geizig sie aus dem Ausland zurück zu holen.

Die Richtung zu einem Arbeitnehmermarkt ist aber schon die Richtige.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×