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11.09.2014

13:20 Uhr

Fachmesse Automechanika

Schlechte Zeiten im Kfz-Geschäft

Rund ums Auto sind viele Geschäfte zu machen. Auf der Frankfurter Automechanika trifft sich die hochkomplexe Branche, die längst nicht mehr nur aus Schraubern besteht. Doch die Stimmung ist eher trüb.

Keine gute Stimmung auf der Branchen-Fachmesse Automechanika in Frankfurt: Die Konsumfreude ist beim Kfz-Gewerbe nicht angekommen. dpa

Keine gute Stimmung auf der Branchen-Fachmesse Automechanika in Frankfurt: Die Konsumfreude ist beim Kfz-Gewerbe nicht angekommen.

FrankfurtDer überraschend schwache Gebrauchtwagenmarkt bremst in diesem Jahr das Geschäft der Autohäuser. Das deutsche Kfz-Gewerbe erwartet nach Angaben ihres Verbandspräsidenten Jürgen Karpinksi zusammen mit Service und Neuwagengeschäft einen nur geringfügig gestiegenen Umsatz von 140 Milliarden Euro - nach 138,5 Milliarden im Jahr zuvor.

Die allgemeine Konsumfreude sei beim Kfz-Gewerbe nicht angekommen, sagte Karpinksi am Donnerstag in Frankfurt vor Eröffnung der weltgrößten Branchen-Fachmesse Automechanika (16. bis 20.September).

Das Geschäft mit den Gebrauchtwagen liege derzeit zwei Prozent hinter dem Vorjahresergebnis, sagte Karpinksi. Die Händler müssten den Privatleuten weitere Marktanteile abnehmen und ihren Anteil von zuletzt 57 Prozent ausbauen, um den Vorjahresumsatz von 44,2 Milliarden Euro mit den Gebrauchten wieder zu erreichen.

Bei den Neuwagen hielten sich die Privatverbraucher merklich zurück, während Firmen, Handel und Hersteller mit ihren Aktivitäten zulegten.

Die Automechanika startet mit einem Ausstellerrekord in ihre 23. Ausgabe. 4631 Firmen aus 71 Ländern (2012: 4597 aus 74 Ländern) präsentieren auf dem komplett vermieteten Messegelände dem Fachpublikum ihre Ersatzteile und weitere Produkte und Dienstleistungen rund ums Auto.

Erstmals werden mehr chinesische Aussteller teilnehmen als deutsche, deren Zahl um 151 auf 707 zurückging. Die Messe begründete das mit Firmenaufkäufen und dem Umstand, dass Anbieter für Tankstellenbedarf nicht mehr auf der Automechanika vertreten sind.

Die deutschen Unternehmen mit Milliarden-Konzernen wie Bosch in ihren Reihen bespielten aber immer noch rund 38 Prozent der Fläche. Aus China kommen 783 Aussteller - nach 655 vor zwei Jahren.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Die Branche könne weiter auf eine enorme Dynamik hoffen, sagte Messegeschäftsführer Detlef Braun. Allein hinter den inländischen Teile- und Zubehörherstellern stehe ein weltweiter Nettoumsatz von 101 Milliarden Euro mit weiteren Wachstumschancen.

Weitere Themen der Messe sind unter anderem alternative Antriebe, Werkstatt- und Tankstellenausrüstung sowie Fahrzeugwäsche, Zubehör und Tuning sowie ein großer Lastwagenbereich mit allein rund 1000 Anbietern.

Von

dpa

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