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31.08.2015

10:24 Uhr

Fahrdienst stellt Hacker ein

Uber hackt die Autobranche

Es gibt gute und es gibt böse Hacker. Es gibt auch welche, die die Seite wechseln. Solche hat der Taxi-Dienst Uber jetzt bei sich aufgenommen. Setzt die Industrie auf das Know-how von Kriminellen?

Die Hacker des Jeep Cherokee (Modell hier links im Bild) arbeiten jetzt für Uber. ap

Autos auf einer US-Interstate

Die Hacker des Jeep Cherokee (Modell hier links im Bild) arbeiten jetzt für Uber.

San FranciscoDie beiden IT-Sicherheitsexperten, die schlagzeilenträchtig einen fahrenden Jeep gehackt haben, arbeiten jetzt für den Fahrdienst-Vermittler Uber. Charlie Miller und Chris Valasek nahmen Jobs in Ubers Technologie-Zentrum an, in dem vor allem an Technik für selbstfahrende Autos geforscht wird. Uber und die beiden Forscher machten am Wochenende keine Angaben dazu, was genau ihre Aufgaben sein werden.

Miller und Valasek sind seit Jahren so etwas wie Stars unter den Hackern, die nach Sicherheitslücken in Auto-Software suchen. Bei der im Juli vorgestellten Attacke auf einen Jeep Cherokee konnten sie über das Internet nicht nur Klimaanlage, Radio oder Scheibenwischer steuern, sondern in die Steuerung des Fahrzeugs eingreifen und etwa das Gaspedal deaktivieren.

Der Jeep-Hersteller Fiat Chrysler musste daraufhin die Software in rund 1,4 Millionen Autos erneuern. Es war die erste bekannte Rückrufaktion in der Autoindustrie wegen der Gefahr eines Cyberangriffs. Miller arbeitete bisher bei Twitter und war zuvor auch beim amerikanischen Geheimdienst NSA tätig. Valasek war bei der IT-Sicherheitsfirma IOActive beschäftigt.

Bereits vor zwei Jahren war es Miller und Valasek gelungen, die Kontrolle über ein Auto zu übernehmen. Damals saßen sie allerdings mit ihrem Computer im Wagen und hatten sich direkt verkabelt. Der aktuelle Angriff erfolgte aus der Ferne. „Alle, die sich mit der Sicherheit von Autos beschäftigen, machen sich seit Jahren Sorgen um genau diesen Fall“, sagte Miller dem „Wired“-Reporter nach dem Experiment. „Das ist nun Realität.“

Das besorgniserregende Experiment mit dem Jeep Ende Juli zeigt ein Problem der zunehmenden Vernetzung der Autos mit dem Internet. Immer mehr Fahrzeuge gehen über eine im Auto installierte SIM-Karte online. Die Konnektivität ist ein wesentlicher Bestandteil der Zukunftsvisionen der Automobilwirtschaft – zum Beispiel, wenn sich Autos künftig gegenseitig vor einem vorausliegenden Stau warnen.

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