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31.01.2005

10:01 Uhr

Fahrholz soll Vorsitz des Kontrollgremiums übernehmen

Banken setzen sich bei Walter Bau durch

Ignaz Walter gibt auf Drängen der Gläubigerbanken seines Baukonzerns den Aufsichtsratsvorsitz auf. Das gab der 68-jährige Unternehmer am Sonntag nach Informationen des Handelsblatt bekannt. Damit wäre eine wichtige Bedingung zur Sanierung des angeschlagenen Baukonzerns erfüllt.

Ignaz Walter muss auf Durck der Geldgeber den Aufsichtsrat verlassen. Foto: dpa

Ignaz Walter muss auf Durck der Geldgeber den Aufsichtsrat verlassen. Foto: dpa

fo DÜSSELDORF. Walters Rücktritt war laut Verhandlungskreisen vereinbart, Verwirrung stiftete allerdings der Zeitpunkt der Bekanntgabe, weil er nicht einmal mit den engsten Kreis der Verhandlungsteilnehmer abgesprochen war.

Nachfolger an der Spitze des Kontrollgremiums von Walter Bau soll nach Wunsch der Poolführerin unter den Gläubigern, der Deutschen Bank, Bernd Fahrholz werden. Der hat zwar seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, aber noch keine Zusage gegeben, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen.

Fahrholz ist bereits seit Tagen in die Sanierungsbemühungen eingeschaltet. Am Montag oder Dienstag, so hieß es, müssten nach einem Rückzug Walters jetzt auch konkrete Entscheidungen über die Zukunft des Baukonzerns fallen. Nach den Planungen muss Walter auch Aktien an Investoren abgeben. Im Gespräch ist die österreicherische Strabag-Baugruppe.

Bis zum Wochenende hatten sich alle 27 Gläubiger grundsätzlich bereit erklärt, Walter Bau nicht fallen zu lassen. Zuletzt stimmten die niederländische ABN Amro und der französische Kreditversicherer AKC zu. Damit war ein erster Schritt zur Sanierung von Walter Bau getan. Mehrere Gläubiger machten allerdings zur Bedingung, dass Firmengründer Ignaz Walter, der knapp 57 Prozent der Aktien des Unternehmens besitzt, sich zurückzieht. Dagegen hatte sich Walter laut Informationen aus Bankenkreisen lange gewehrt. Vor allem wollte der Firmengründer auch seinen Nachfolger mitbestimmen.

Spekulationen, nach denen bereits zum Wochenbeginn der Einstieg der Strabag bekannt gegeben werden könnte, ließen sich nicht bestätigen. Die Stuttgarter Baufirma Züblin, an der Walter eine Mehrheit hält, soll Bestandteil eines aus Strabag (Deutschland) und Walter Bau neu formierten Baukonzerns sein. In Bankenkreisen heißt es allerdings, die Verhandlungen darüber brauchten noch Zeit, so dass als Zwischenlösung ein Treuhänder für die von Ignaz abgegebenen Aktien einspringen könnte.

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