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12.12.2014

11:01 Uhr

Fahrradhersteller

Mifa-Verkauf ist besiegelt

Der Verkauf und damit die Rettung des insolventen Fahrradherstellers Mifa ist unter Dach und Fach. In der Nacht wurde der Kaufvertrag mit der Unternehmerfamilie Nathusius unterzeichnet. Die sieht großes Potenzial.

Gerettet: Der Fahrradhersteller Mifa. dpa

Gerettet: Der Fahrradhersteller Mifa.

FrankfurtDer insolvente Fahrradhersteller Mifa hat einen neuen Eigentümer. Wie exklusiv und vorab vom Handelsblatt berichtet, hat die Unternehmerfamilie Nathusius, der in Sachsen-Anhalt bereits der Autozulieferer IFA-Rotorion gehört, das Unternehmen aus Sangerhausen übernommen. Das teilte Mifa-Insolvenzverwalter Lucas Flöther am Freitag mit. Der Vertrag sei in der Nacht unterschrieben worden. Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt den Kauf mit einer Bürgschaft. Die Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG war in Schieflage geraten, nachdem jahrelange Schlampereien bei der Verbuchung von Vorräten zu einem millionenschweren Bilanzloch geführt hatten. Der erhoffte Einstieg des indischen Fahrrad-Konzerns Hero Cycles war geplatzt, weshalb die Mifa mit ihren 600 Mitarbeitern Insolvenz anmelden musste.

Zum Verkaufspreis sei Stillschweigen bewahrt worden, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters. Zuletzt hatte es geheißen, dass ein neuer Eigentümer 20 Millionen Euro investieren müsse, um die Produktion für 2015 sicherzustellen.

Mifa ist gerettet: Autozulieferer kauft insolventen Fahrradhersteller

Mifa ist gerettet

exklusivAutozulieferer kauft insolventen Fahrradhersteller

Der zahlungsunfähige Fahrradbauer Mifa ist gerettet. Nach Handelsblatt-Informationen ist der neue Käufer ein Automobilzulieferer. Auch das Land Sachsen-Anhalt beteiligt sich offenbar mit einem Millionenkredit.

Der ehemalige Krupp-Manager Heinrich von Nathusius hatte 1992 das IFA-Gelenkwellenwerk in Haldensleben von der Treuhandanstalt gekauft. „Ich bin der Meinung, dass unsere IFA-Kunden den Begriff der Mobilität auch auf andere Mobilitätswege beziehen“, sagte der 71-Jährige der „Magdeburger Volksstimme“. „In unserer Struktur besteht daher für die Mifa ein enormes Potenzial.“ Seit Juli führt sein Sohn Felix die stark gewachsene IFA-Rotorion, die im vergangenen Jahr mit 2700 Mitarbeitern 407 Millionen Euro umsetzte.

Der neue Eigentümer übernimmt nur den Geschäftsbetrieb der Mifa rückwirkend zum 1. Dezember und steigt nicht in die börsennotierte Mifa AG ein. Deren Aktionäre könnten nur dann in dem unwahrscheinlichen Fall mit Zahlungen rechnen, wenn mit dem Verkaufspreis alle Forderungen der Gläubiger befriedigt werden könnten. Dennoch stieg die Mifa-Aktie am Freitag um neun Prozent auf 65,5 Cent.

Der Unternehmer Carsten Maschmeyer hatte in den Fahrradbauer acht Millionen Euro investiert und zuletzt im Oktober angekündigt, dem Unternehmen auch weiterhin finanziell unter die Arme zu greifen. Davon nimmt er jetzt jedoch Abstand, der Unternehmer hat seinen Anteil an dem Mittelständler komplett verkauft.

Von

rtr

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