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13.07.2011

11:02 Uhr

Fahrstuhl-Kartell

Thyssen-Krupp muss weniger für Kartellsünden zahlen

Die Kartellwächter nehmen Wiederholungstäter Thyssen-Krupp inzwischen ganz genau unter die Lupe. Vor Gericht findet der Stahlkonzern jetzt aber Milde. Das spart Geld und ist gerade jetzt eine große Hilfe.

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger auf einer Rolltreppe. Quelle: dpa

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger auf einer Rolltreppe.

BrüsselWegen illegaler Absprachen mit seinen Konkurrenten muss der Fahrstuhlhersteller ThyssenKrupp eine geringere Geldstrafe zahlen als ursprünglich verhängt. Ein europäisches Gericht reduzierte die Geldbuße am Mittwoch auf 319,8 Millionen Euro. Vor vier Jahren hatte die EU-Kommission eine Strafe von 479,7 Millionen Euro verhängt. Die Kartellstrafen für die Fahrstuhlhersteller Otis, Schindler und Kone behielt das EU-Gericht bei.

Die Wettbewerbshüter hatten im Frühjahr 2008 drastische Strafen über knapp eine Milliarde Euro verhängt. Die Unternehmen sollen mindestens neun Jahren lang Absatzmärkte unter sich aufgeteilt haben.

Es ist nicht der einzige Fall, in dem Thyssen-Krupp Ärger mit den Behörden bekommen hat. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft Bochum gegen den Konzern und weitere Stahlhersteller wegen unerlaubter Preisabsprachen bei Eisenbahnschienen: Die Unternehmen sollen sich mindestens seit dem Jahr 1998 abgesprochen und so ein Drittel höhere Preise verlangt haben als üblich.

Geschädigt wurde vor allem die Deutsche Bahn, die über 80 Prozent des deutschen Schienenbedarfs kauft. Angesichts des Schadens, der vermutlich in die Milliarden gehrt, drohen den Unternehmen Bußgelder von zusammen bis zu einer Milliarde Euro.

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