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14.03.2012

16:25 Uhr

Fahrzeugbau

VW will gemeinsame Transporter mit MAN

Die Konzerntochter soll künftig zusammen mit der Transportersparte von VW leichte Nutzfahrzeuge entwickeln und bauen. Darüber soll in den nächsten Monaten entschieden werden. Ein erstes Projekt wäre schon ins Auge gefasst.

Das Nutzfahrzeug-Werk von Volkswagen in Hannover. dpa

Das Nutzfahrzeug-Werk von Volkswagen in Hannover.

VW rückt seine Transportersparte näher an die neue Konzerntochter MAN heran. Die Marke mit Sitz in Hannover, die unter anderem Transporter, Kleinbusse und Stadtlieferwagen herstellt, soll leichte Nutzfahrzeuge künftig gemeinsam mit dem Münchner Lkw-Hersteller entwickeln und bauen. Als erstes Projekt ist an den Nachfolger des Transporters Crafter gedacht, den VW seit Jahren vom Stuttgarter Rivalen Daimler bauen lässt. Er ist technisch weitgehend identisch mit dem Sprinter von Mercedes-Benz. Der Kooperationsvertrag läuft Ende 2016 aus.

„Präferiert und darüber gesprochen wird im Konzern, mit MAN ein eigenes Fahrzeug zu bauen“, sagte VW-Nutzfahrzeugchef Wolfgang Schreiber der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch am Rande der Bilanzpräsentation für das abgelaufene Geschäftsjahr. Eine Entscheidung solle in den nächsten Monaten fallen. Daimler hatte angeboten, die Zusammenarbeit über 2016 hinaus fortzusetzen und VW in seine Allianz mit Renault einzubinden. Daimler und VW zählen neben Fiat und Ford zu den größten Herstellern von Transportern und Lieferwagen in Europa.

Als weiteres Fahrzeug werde darüber nachgedacht, einen robusten Transporter für Schwellenländer zusammen mit MAN zu entwickeln, erläuterte Schreiber. Der Münchner Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern, an dem der Wolfsburger Autobauer seit Herbst die Mehrheit hält, plant ein leichtes Nutzfahrzeug und will dabei mit VW zusammenarbeiten. Mit Fahrzeugen, die leichter als 7,5 Tonnen sind, könnte MAN seine Produktpalette nach unten erweitern. Mit dem chinesischen Partner Sinotruk entwickelt MAN bereits robuste Nutzfahrzeuge für Schwellenländer.

Volkswagen hatte MAN übernommen, um eine Lkw-Allianz mit der schwedischen Lkw-Tochter Scania zu bilden. Die Zusammenarbeit entwickelt sich allerdings langsamer als geplant, da einige technische Neuentwicklungen bereits getrennt voneinander auf die Straße gebracht worden sind. Außerdem unterschätzte VW anfangs kulturelle Unterschiede zwischen den beiden selbstbewussten Lkw-Bauern. In Schweden ist der letztlich gescheiterte Versuch von MAN vor einigen Jahren nicht vergessen, Scania zu übernehmen.

Mit der gemeinsamen Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen würde VW enger mit MAN verzahnt. Über die Zukunft der Marke aus Hannover war lange spekuliert worden, da Transporter mit dem Pkw-Bau verwandt sind. Eine engere Verbindung mit der Kernmarke VW Pkw dürfte nun vom Tisch sein. Zur Begründung wird in Hannover auf die Pläne von Aufsichtsratschef Ferdinand Piech verwiesen, der den Wolfsburger Konzern neben dem Pkw-Geschäft auch bei Lkw zu einem führenden Anbieter machen will.

Bei Transportern ist VW bereits Marktführer in Europa. Im abgelaufenen Jahr steigerte die Sparte die Auslieferungen weltweit um mehr als ein Fünftel auf erstmals mehr als eine halbe Million Einheiten. Der operative Gewinn verdoppelte sich fast auf 449 Millionen Euro, fünf Prozent vom Umsatz. Damit hat VW im Vergleich zu Daimler noch Nachholbedarf. Die Stuttgarter erzielten zuletzt bei Transportern eine operative Rendite von 9,1 Prozent. Im laufenden Jahr will VW das Ergebnisniveau halten.

Von

rtr

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