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21.09.2012

11:48 Uhr

Familienunternehmen Hess

Straßenlampen-Hersteller plant Börsengang

Der Mittelständler Hess wagt sich an die Börse. Der Außen- und Straßenleuchten-Hersteller aus Villingen-Schwenningen peilt einen Börsengang im Prime Standard an. Die Aktie soll erstmals im Oktober notiert werden.

Das Unternehmen setzt auf den technologischen Wandel bei Straßenleuchten. ZB

Das Unternehmen setzt auf den technologischen Wandel bei Straßenleuchten.

FrankfurtNach dem Versicherer Talanx wagt sich nun auch ein Mittelständler an die Börse. Der baden-württembergische Außen- und Straßenleuchten-Hersteller Hess bereitet sich auf einen Börsengang im streng regulierten Prime Standard vor.

„Wir können den Prozess jederzeit starten“, sagte Vorstandschef Christoph Hess, der das Familienunternehmen aus Villingen-Schwenningen seit 2007 führt, am Freitag. Finanzkreisen zufolge soll die Hess-Aktie im Oktober erstmals notiert werden. Geplant sei ein Emissionsvolumen im zweistelligen Millionen-Bereich aus einer Kapitalerhöhung, sagte ein Insider. Das Unternehmen wollte sich zu Einzelheiten noch nicht äußern.

Bisher hat es in diesem Jahr noch kein Unternehmen aus Deutschland in das oberste Börsensegment geschafft. Steigende Börsen machen nun zahlreichen Unternehmen Mut. Börsengänge im Mittelstand gelten aber als schwierig, weil internationale Investoren vor der geringeren Handelbarkeit solcher Aktien zurückschrecken.


Hess setzt auf den erzwungenen technologischen Wandel bei Straßenleuchten. Die weit verbreiteten Quecksilberdampf-Lampen müssen bis 2015 in Europa ersetzt werden. Sie sollen von LED-Lampen abgelöst werden. Das Geld aus dem Börsengang soll in die Finanzierung des erhofften Wachstums fließen. Vor einem halben Jahr hatte Hess bereits den Lichtkünstler emdelight gekauft, der unter anderem den Commerzbank-Tower in Frankfurt beleuchtet. Die Familie, die Hess in dritter Generation führt, hatte 2011 schon den Finanzinvestor Holland Private Equity an Bord genommen, der knapp 30 Prozent hält. Zu den Konkurrenten zählt Hess zumindest in Teilbereichen die österreichische Zumtobel, die schwedische Fagerhult und Firmen wie Cree aus den USA und Dialight aus Großbritannien.

Hess setzte im vergangenen Jahr 68,1 Millionen Euro um, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag bei 5,6 Millionen Euro. In den ersten sechs Monaten sei der Umsatz um 39 Prozent gestiegen, erklärte das Unternehmen. Hess beschäftigt rund 360 Mitarbeiter.

 

Von

rtr

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