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23.09.2011

16:03 Uhr

„Fantasie-Bonus“

Vattenfall schafft Top-Manager-Boni ab

Die Unternehmenslenker der deutschen Tochter Vattenfall Europe erhielten Millionen-Bonuszahlungen, obwohl sie teils nur wenige Monate im Amt waren. Das hatte Empörung ausgelöst - jetzt ziehen die Schweden Konsequenzen.

Bei Vattenfall soll es künftig keine Bonuszahlungen mehr geben. dpa

Bei Vattenfall soll es künftig keine Bonuszahlungen mehr geben.

StockholmDie Empörung über „Fantasie“-Abfindungen an deutsche Topmanager beim Energiekonzern Vattenfall hat Konsequenzen. Wie das schwedische Staatsunternehmen am Freitag in Stockholm mitteilte, können Mitarbeiter an der Spitze künftig nur noch maximal zwei Jahreseinkommen als Abfindung erhalten. Bonuszahlungen soll es nicht mehr geben.

Im vergangenen Jahr hatte auch Schwedens Regierung als Eignerin moniert, dass der zeitweilige Chef der deutschen Tochter Vattenfall Europe, Hans-Jürgen Cramer, nach nur fünf Monaten Amtszeit Anspruch auf 2,3 Millionen Euro Abfindung hatte. 2007 bekam Vorgänger Klaus Rauscher 5,5 Millionen Euro überwiesen, nachdem er wegen der Pannenserien in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel den Hut nehmen musste.

Grundlage für die Zahlungen waren nach Unternehmensangaben auf fünf Jahre befristete Verträge mit vollem Gehaltsanspruch bei vorzeitigem Ausscheiden. Auch Bonuszahlungen hat Vattenfall abgeschafft: Bei keinem der 16 Top-Manager einschließlich der Spitze von Vattenfall Europe in Berlin gebe es noch „variable Entgelte“, hieß es in der Unternehmensmitteilung.

In Stockholm wurde im vergangenen Frühjahr Lars Westerberg als Aufsichtsratschef abgelöst, weil er Ex-Konzernchef Lars Josefsson einzelvertraglich eine Zusatzabfindung über 12 Millionen Kronen (1,2 Mio Euro) zugeschustert hatte. Josefsson musste die Hälfte des Geldes zurückzahlen. Unter anderem Schwedens Finanzmarktminister Peter Norman hatte sich öffentlich darüber empört, dass deutsche Vattenfall-Manager noch wesentlich höhere Abfindungen nach teilweise sehr kurzer Arbeit im Unternehmen einstreichen konnten.

Westerbergs Nachfolger Lars Nordenstam meinte zu dem Vorwurf, dass Vattenfall dabei Regierungsrichtlinien verletzt habe: „Als neuer Aufsichtsratsschef stelle ich fest, dass es Abweichungen gegeben hat.“ Dies habe man nun abgestellt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Nachwuchs

23.09.2011, 19:00 Uhr

Es wurde auch Zeit. Jeder erhielt doch einen Vertrag zum Wohl der Firma. Dies muss nicht noch zusätzlich durch Boni finanziert werden. Verluste haben die Manager auch nie erstattet bzw. wurden dafür zur Verantwortung gezogen. Jetzt fehlt noch die Erstattung der Verluste.

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