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03.02.2017

12:29 Uhr

Faraday

Scheitert der chinesische Tesla-Killer?

Die großspurigen Ankündigungen des Elektroautobauers Faraday Future könnten sich als Luftnummer entpuppen. Offenbar muss der chinesische Tesla-Killer seine Expansionspläne mächtig eindampfen.

Investor Jia Yueting (l.) und Entwicklungschef Nick Sampson (r.) auf der CES in Las Vegas. AP

Faraday

Investor Jia Yueting (l.) und Entwicklungschef Nick Sampson (r.) auf der CES in Las Vegas.

Noch vor wenigen Wochen standen Entwicklungschef Nick Sampson und Investor Jia Yueting gemeinsam auf der Bühne der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, um alle Zweifel zu zerstreuen. Schon damals kursierten Gerüchte über eine finanzielle Schieflage von Faraday Future. Doch der FF91, den das chinesische Elektro-Start-up auf die Bühne schob, sollte der versammelten Tech-Welt beweisen, dass der selbsternannte Tesla-Killer aus China weiter an der Eroberung des Automarktes arbeitet.

Wenige Woche später scheinen diese tollkühnen Träume zu zerplatzen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf Unternehmenskenner, dass Faraday Future seine Pläne derzeit massiv zusammenstreichen muss.

Statt sieben – wie bislang angekündigt – sollen demnach nur zwei neue Modelle entwickelt und auf den Markt gebracht werden. Eigentlich wollten die Chinesen in den kommenden Jahren Elektroautos in allen Größen anbieten – vom Supersportwagen bis zum Kleinwagen für Pendler.

Doch daraus wird nach Angaben von Reuters wohl nichts. Neben dem FF91, jenem Flaggschiff, dass Faraday auf der CES präsentiert hat, soll wohl nur noch ein Crossover mit dem Namen FF81 entwickelt werden.

Und auch die Fertigung im Norden von Las Vegas soll nach Aussagen eines offiziellen Vertreters der Stadt deutlich kleiner ausfallen als bisher angenommen. Eigentlich sollte hier ein Werk für 1,3 Milliarden Dollar entstehen, in dem ab 2017 rund 150.000 Autos gebaut werden sollten. Stattdessen beruft sich Reuters auf einen Insiderquellen, nach denen die Kapazität des neuen Werks zum Start auf 10.000 schrumpfen soll. Eröffnet werde das Werk nicht vor 2019, heißt es.

„Wir stehen weiterhin zum Staat Nevada und werden in den kommenden Jahren eine Milliarde Dollar investieren“, erklärt Faraday in einem Statement. Doch auf ein Eröffnungsdatum will man sich nicht festlegen. Die Bauarbeiten hatte das Unternehmen im Herbst gestoppt.

Stattdessen könnten die meisten Modelle von Faraday in China produziert werden, heißt es weiter. Die chinesischer Schwestermarke LeSee baue derzeit ein Werk in der chinesischen Provinz Zhejiang mit einer Kapazität von 450.000 Fahrzeugen. Dort könnten ab 2019 auch die Autos von Faraday Future vom Band laufen.

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Darüber hinaus bleiben die Finanzprobleme akut. Mehrere Zulieferer haben Faraday wegen unbezahlter Rechnungen verklagt, darunter der Sitzhersteller Futuris und das Medienunternehmen Mill Group.

Neben Finanzproblemen soll Faraday Future auch unter dem Abgang seines Spitzenpersonals zu leiden haben. Mindestens ein Dutzend hochrangiger Angestellter in den USA sollen das Unternehmen in den vergangenen neun Monaten verlassen haben.

Eigentlich hatten die Finanziers von Faraday Future, die chinesischen Unternehmen Leshi Internet Information und Technology Corp, das Ziel ausgegeben, bis zum Börsengang im Jahr 2020 eine Million Fahrzeuge in den USA und China abzusetzen. Doch das dürfte angesichts der jüngsten Entwicklungen nur noch schwer zu erreichen sein.

Kommentare (1)

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Herr Franz Paul

03.02.2017, 14:26 Uhr

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