Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.04.2013

12:59 Uhr

Februar-Zahlen

Deutsche Industrie steigert Produktion

Für Überraschung sorgt die große Nachfrage nach deutschen Produktionen. Deutsche Firmen ziehen viele Aufträge an Land – das war nach dem verpatzten Jahresstart so nicht zu erwarten gewesen.

Die deutsche Industrie konnte nach schwachem Start ins Jahr eine gehörige Schüppe zulegen. dpa

Die deutsche Industrie konnte nach schwachem Start ins Jahr eine gehörige Schüppe zulegen.

BerlinDie Firmen in Deutschland haben ihre Produktion im Februar stärker als erwartet gesteigert. Die Fertigung legte im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent zu, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich ein Plus von 0,3 Prozent auf dem Zettel. Im Januar war der Ausstoß nach neuen Berechnungen allerdings um 0,6 Prozent zurückgegangen. Das kalte Winterwetter dämpfte im Februar zwar die Bauwirtschaft, bescherte den Energieversorgern aber bessere Geschäfte.

Die positiven Daten des Produzierenden Gewerbes gelten als weiteres Hoffnungszeichen nach verpatztem Jahresstart: Die Industriefirmen haben im Februar bereits überraschend viele Aufträge an Land gezogen. Die Industrieproduktion zeige sich "zunehmend freundlicher", erklärte das Ministerium. Dennoch bleibe die Erzeugung im Produzierenden Gewebe insgesamt verhalten. Dies zeigt sich auch im Zweimonatsvergleich Januar/Februar gegenüber November/Dezember, wo die Fertigung im Produzierenden Gewerbe um 0,2 Prozent schrumpfte.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Die Industrie steigerte ihre Produktion im Februar um 0,5 Prozent. Die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen fertigten sogar 2,4 Prozent mehr. Die Konsumgüterbranche stellte hingegen 2,5 Prozent weniger her. Die Erzeugung von Vorleistungsgütern wie etwa Stahl oder Chemikalien sank um 0,3 Prozent. Die Bauproduktion brach um 2,7 Prozent ein, während die Energie-Erzeugung um 3,9 Prozent in die Höhe schoss. Insbesondere die Gasversorger profitierten von den frostigen Temperaturen: Der Gasverbrauch hat im ersten Quartal nach Angaben der Energiewirtschaft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent zugenommen.

Bereits am Freitag hatte es eine gute Nachricht für die deutsche Industrie gegeben, die überraschend viele Aufträge einsammelte. Die Betriebe zogen 2,3 Prozent mehr Bestellungen an Land als im Vormonat - das größte Auftragsplus seit Oktober.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Gast

08.04.2013, 13:47 Uhr


Was vergessen?
"Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahm die Produktion im
Produzierenden Gewerbe im Januar/Februar arbeitstäglich bereinigt um 2,2 % ab. In der Industrie wurde der Vorjahresstand um 2,0 % unterschritten."
Steht bei Destatis und war ganz einfach zu finden. Da passt dann aber der Text im Artikel nicht mehr so richtig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×