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20.01.2005

07:00 Uhr

Fehlbetrag fast verdreifacht - Schlechte Perspektiven

GM verliert noch mehr Geld in Europa

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat im vergangenen Jahr in Europa den zweitgrößten Verlust seiner Firmengeschichte eingefahren. Er belief sich nach GM-Angaben auf 742 Mill. Dollar und war damit fast dreimal höher als im Vorjahr. GM wird der eigenen Prognose zufolge trotz des bereits eingeleiteten Sparprogramms auch im laufenden Jahr in Europa die Verlustzone nicht verlassen.

Vor allem Opel macht GM Sorgen. Foto: dpa

Vor allem Opel macht GM Sorgen. Foto: dpa

hz DETROIT/FRANKFURT. Damit verliert der größte Autobauer der Welt auf einem seiner wichtigsten Märkte weiter an Boden. Erzrivale Ford wird dagegen nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen heute für das Europa-Geschäft schwarze Zahlen bekannt geben. Das Unternehmen übertrifft damit die Erwartungen.

GM-Finanzchef John Devine bekräftigte gestern, 2005 werde das Unternehmen in Europa in den roten Zahlen bleiben. Man strebe jedoch an, die Gewinnwende im vierten Quartal zu erreichen. Bereits am Donnerstag hatte der US-Konzern eine Gewinnwarnung für 2005 gegeben und für Europa nochmals ein Minus von 500 Mill. Dollar angekündigt. Da diese Prognose die Aufwendungen für die im vergangenen Herbst angekündigte Restrukturierung noch nicht enthält, wird sich das Minus nach Einschätzung von Branchenexperten unter dem Strich wahrscheinlich sogar auf mehr als eine Mrd. Dollar summieren.

Der mit Abstand größte Teil des Verlusts im vergangenen Jahr fiel im vierten Quartal an. Er belief sich auf 345 Mill. Dollar.

Im Gesamtkonzern rechnet GM für das Jahr 2005 weiterhin mit einem sinkenden Ergebnis pro Aktie von vier bis fünf Dollar. Das wäre ein deutlicher Rückgang im Vergleich zum abgelaufenen Jahr, in dem GM noch einen Gewinn von 6,4 Dollar pro Anteilsschein einfuhr und damit sein selbst gestecktes Ziel erreichte. Treiber des Ergebnisses war erneut die Finanzsparte des Konzerns, die mit einem Rekordgewinn von 2,9 Mrd. Dollar für rund drei Viertel des GM-Profits verantwortlich war. Im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres drückten massive Abschreibungen das Ergebnis, darunter allein 220 Mill. Dollar auf die Beteiligung am italienischen Autohersteller Fiat, die damit auf null abgeschrieben ist.

Erheblich besser sieht die Lage bei Ford aus. Bisher hatte Ford noch einen Verlust von 100 bis 200 Mill. Dollar für das Europageschäft des vergangenen Jahres vorhergesagt. Nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen wird das Ergebnis jedoch leicht positiv ausfallen. Experten rechnen damit, dass Ford auch im Gesamtkonzern seine selbst gesteckten Gewinnziele übertreffen wird.

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