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27.01.2006

14:11 Uhr

Feindliche Übernahme von Arcelor durch Mittal Steel

Experten erwarten keine Kartellschranken

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl erwartet bei der geplanten Übernahme von Arcelor durch Mittal Steel in Europa kein Veto der Wettbewerbshüter.

HB DÜSSELDORF. „Vermutlich sind in Europa keine Hindernisse durch die Wettbewerbsbehörden zu erwarten“, sagte Dieter Ameling, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, am Freitag in Düsseldorf. In Nordamerika würden Hindernisse durch den möglichen Weiterverkauf des kanadischen Stahlproduzenten Dofasco an Thyssen-Krupp umgangen. Die geplante Übernahme zeige deutlich, wie umkämpft und profitabel der Weltstahlmarkt heute sei.

Mit der möglichen Elefantenhochzeit erreiche der Konsolidierungsprozess aber eine neue Dimension, betonte Ameling. „Es werden auch nach diesem Zusammenschluss weitere Schritte folgen“, so der Verbands-Präsident.

In der Stahlindustrie kämen die fünf größten Unternehmen derzeit auf einen Marktanteil von lediglich 19%. In der Aluminiumbranche kämen die fünf größten Konzerne auf 47%. Die fünf größten Stahlkunden aus der Automobilindustrie hätten sogar einen Marktanteil von 65%. In der Stahlindustrie werde derzeit versucht, dieser Marktmacht auch eine „Produktionsmacht“ entgegenzusetzen, sagte Ameling.

Durch die angekündigte Übernahme überschreite Mittal Steel die angestrebte 100-Millionen- Tonnen-Rohstahlproduktion mit dann etwa 120 Millionen Tonnen deutlich. Das sind etwa zehn Prozent der Weltproduktion. Für Mittal lohne sich das Geschäft. Die Produktionsprogramme beider Unternehmen würden sich ergänzen, sagte Ameling.

Arcelor ist in Deutschland mit den Stahlwerken Bremen, Eisenhüttenstadt und Thüringen aktiv. Mittal gehören die Hamburger Stahlwerke sowie das frühere Thyssen-Werk in Duisburg-Ruhrort.

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