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29.07.2013

16:22 Uhr

Feuer in Dreamliner

Boeing empfiehlt Prüfung von Notfallgeräten

Notfunk-Baken sollen helfen, Flugzeuge nach einem Absturz zu orten. Doch Boeing verdächtigt die Apparate nun, Schuld am Feuer in seinem Dreamliner zu sein – und empfiehlt eine Überprüfung.

Ein Boeing-Dreamliner in der Luft: Waren die Notfall-Baken Schuld am Feuer in einigen Maschinen? Reuters

Ein Boeing-Dreamliner in der Luft: Waren die Notfall-Baken Schuld am Feuer in einigen Maschinen?

TokioDer US-Flugzeugbauer Boeing hat zahlreiche Fluggesellschaften aufgerufen, Notfall-Geräte an Bord seiner Flugzeuge zu überprüfen. Betroffen sind die sogenannten Notfunk-Baken des Herstellers Honeywell, wie Boeing am Montag mitteilte. Diese Geräte dienen zur Ortung abgestürzter Flugzeuge. Die britische Flugsicherheitsbehörde AAIB vermutet in einer Notfunk-Bake von Honeywell die Ursache für ein Feuer, das an Bord einer in London geparkten Maschine vom Typ 787 Dreamliner ausgebrochen war. Betroffen sind laut Boeing zahlreiche Flieger der Typen 717, 737 NG, 747-400, 767 und 777.

Die AAIB hatte nach dem Zwischenfall an Bord des Dreamliners in London, bei dem niemand verletzt wurde, empfohlen, die Notfunk-Baken von Honeywell zu deaktivieren. Insgesamt dürften rund 6000 dieser Geräte in Maschinen von Boeing und dem europäischen Konkurrenten Airbus installiert sein. Bislang haben die japanische Fluggesellschaft ANA und United Airlines aus den USA Schäden an der Batterieverkabelung mehrerer Baken in 787-Dreamliner-Maschinen entdeckt.

Pannenserie des Boeing Dreamliner

Produktionsprobleme

Vor allem die anspruchsvolle Konstruktion der 787, die aus vielen Karbonteilen besteht, hatte zu langen Verzögerungen bis zur ersten Auslieferung geführt. Ein Jungfernflug war ursprünglich für August 2007 vorgesehen, er fand schließlich am 15. Dezember 2009 statt.

Ermahnungen wegen Triebwerken

Im September 2012 hatte die amerikanische Transportsicherheitsbehörde vor Problemen mit bestimmten Dreamliner-Triebwerken des Lieferanten General Electric (GE) gewarnt. Die Flugaufsichtsbehörde wurde zu Kontrollen ermahnt. Der Konzern änderte die Beschichtung von Triebwerkteilen, um dem Problem Herr zu werden.

Explosion eines Triebwerks

Noch vor der Inbetriebnahme einer neuen Boeing 787 hatte im Juli 2012 ein Triebwerk einer für Air India vorgesehenen Maschine bei einem Rolltest in den USA Probleme bereitet. Ein Bauteil brach und führte zu einer Explosion des Antriebsaggregats.

Bauchschmerzen bei Air India

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme von drei Dreamlinern für Air India im Jahr 2012 gab es immer wieder Probleme – etwa mit dem Kühlungssystem der Maschinen. Indische Medien berichteten, dass eigentlich immer ein Flugzeug aus dem Trio wegen Problemen am Boden bleiben musste.

Probleme mit der Elektronik

Im Dezember 2012 war eine 787 von United Airlines zu einer Notlandung gezwungen, nachdem einer von sechs Stromgeneratoren an Bord den Dienst versagte, eine zweite Maschine hatte ähnliche Probleme.

Explodierte Batterie

Anfang Januar 2013 löste eine Explosion an Bord eines Boeing Dreamliner einen Brand an Bord einer Japan-Airlines-Maschine am Flughafen von Boston aus. Die Probleme erweisen sich als folgenschwer: Mehrere Wochen werden sämtliche 787 weltweit von den Aufsichtsbehörden am Boden gehalten.

Treibstoffleck

Ebenfalls ein Japan-Airlines-Jet war im Januar 2013 von einem Treibstoffverlust betroffen, der zu einem Abbruch eines Starts – ebenfalls in Boston – führte. Bereits im Dezember hatten alle Boeing-Flugzeuge des Typs 787 am Boden bleiben müssen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte eine Überprüfung der Maschinen angeordnet, nachdem bei zwei der Flugzeuge Treibstoff ausgelaufen war.

Bremsprobleme

Wegen Problemen mit den Bremsen einer Maschine strich die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) einen Inlandsflug nach Tokio. Als Grund nannte eine ANA-Sprecherin eine Störung des Computers, der das Bremssystem steuert. Der Computer sollte ausgetauscht werden.

Notlandung

Nach einem im Cockpit angezeigten Batteriedefekt und einem ungewöhnlichen Geruch an Bord, macht ein ANA-Dreamliner in Japan Mitte Januar 2013 einen Notlandung. Zunächst wird die gesamte Flotte von 17 Maschinen des Typs außer Dienst genommen – der Konkurrent Japan Airlines folgt dem Beispiel.

Peilsender fängt Feuer

Im Juli 2013 fängt ein Notfall-Peilsender einer abgestellten Boeing 787 auf einem Londoner Flughafen Feuer – auch hier soll ein Akku Grund für den Brand gewesen sein.

Toilette defekt

Wegen einer Störung in der Toilettenanlage ist ein Boeing 787 Dreamliner der Japan Airlines (JAL) umgekehrt, nachdem er bereits fünf Stunden auf dem Weg von Moskau nach Tokio unterwegs war. An Bord seien 141 Passagiere gewesen, sagte ein JAL-Sprecher. Als Ursache werde ein technischer Defekt vermutet.

Boeing ist bei seinem Vorzeigeflieger Dreamliner vom Pech verfolgt. Immer wieder mussten Maschinen wegen Problemen umkehren oder notlanden. Im Januar waren sämtliche Dreamliner-Maschinen weltweit wegen Problemen mit Lithium-Ionen-Batterien aus dem Verkehr gezogen worden. Boeing gelang es nicht, die Ursache des Problems zu identifizieren, doch setzte der US-Hersteller Änderungen um, mit denen nach eigenen Angaben die Sicherheit der Flugzeuge gewährleistet wird. Seit April dürfen die Maschinen wieder fliegen.

Am Donnerstagabend war eine Boeing 777 von Air France auf dem Pariser Flughafen Roissy über Notrutschen evakuiert worden. Beim Einsteigen der Passagiere war plötzlich ein scharfer Schwefelgeruch aufgetreten, kurz danach entstand dichter schwarzer Qualm, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Die Ursache wird demnach noch untersucht. Aus Flughafen-Kreisen hieß es, vermutlich sei ein technischer Fehler an einer Turbine aufgetreten oder ein Problem mit dem Hilfsmotor, der das Flugzeug während des Aufenthalts auf Flughäfen versorgt.

Von

afp

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