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11.04.2011

15:44 Uhr

Fiat-Chef

Zukauf von Chrysler-Anteilen steht bevor

Fiat-Chef Sergio Marchionne will in den kommenden Tagen die Unternehmensanteile an Chrysler beträchtlich aufstocken. Der Anteil soll erst auf 30 Prozent steigen - und noch in diesem Jahr auf deutlich mehr anwachsen.

Fiat-Chef Marchionne: Derzeit halten die Italiener 25 Prozent an Chrysler. Quelle: Reuters

Fiat-Chef Marchionne: Derzeit halten die Italiener 25 Prozent an Chrysler.

BaloccoDer US-Autobauer Chrysler will sich bis Juni aus der staatlichen Umklammerung befreien. Dafür muss der vom italienischen Autohersteller Fiat kontrollierte Konzern seine sieben Milliarden Dollar schweren Kredite an die Regierungen der USA und Kanadas zurückzahlen.

Erst dann kann Fiat die Mehrheit an der Nummer drei in den USA übernehmen. Firmenchef Sergio Marchionne, der beide Konzerne führt, zeigte sich am Montag zuversichtlich, dass Chrysler bis Juni die Hilfen zurückzahlt: „Ich denke, ich kann das tun.“

Derzeit halten die Italiener 25 Prozent an dem US-Konzern, der 2009 von Fiat und der Washingtoner Regierung vor dem Kollaps gerettet wurde. Bereits am Dienstag oder in den kommenden Tagen werde Fiat eine Aufstockung auf 30 Prozent mitteilen, sagte Marchionne am Rande einer Fahrzeugpräsentation. Frühestens im vierten Quartal werde die weitere Erhöhung des Anteils auf 35 Prozent erfolgen. Für die Steigerung um zehn Prozent von derzeit 25 Prozent muss Fiat kein Geld auf den Tisch legen. Die Erlaubnis, den Anteil aufzustocken, ist lediglich gekoppelt an die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Finanzstärke von Chrysler. Oberhalb der 35 Prozent muss Fiat indes für die Aufstockung zahlen. Früheren Angaben zufolge will Marchionne noch in diesem Jahr den Anteil auf mehr als 50 Prozent steigern.

Fiat wird nach Worten seines Chefs den Erwerb von weiteren 16 Prozent an Chrysler voraussichtlich in bar begleichen.

Zum Zeitpunkt für einen Chrysler-Börsengang äußerte sich Marchionne nicht. Zuletzt hatte er jedoch Zweifel an einem Gang aufs Parkett noch 2011 geweckt. Auf einen konkreten Termin will er sich nicht mehr festlegen lassen. Mit der Entwicklung des einstigen Sorgenkinds der US-Autobranche kann der Manager gut leben. „Ich bin zufrieden damit, was wir im ersten Quartal erreicht haben.“ Die Liquiditätsausstattung sei gut. Er rechne weiterhin damit, dass Chrysler im Gesamtjahr die Marke von zwei Milliarden Dollar beim Betriebsgewinn knackt.

Wegen der Katastrophen in Japan zeigte sich Marchionne besorgt über Lieferengpässe. „Das wird die Produktion beeinflussen.“ In einigen US-Werken von Chrysler würden derzeit Überstunden abgebaut. Zudem arbeite man daran, Liefer-Alternativen aufzutun.

Die Fiat-Aktie gab bis zum Nachmittag in einem leicht positiven Markt 0,8 Prozent nach.

Von

rtr

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