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29.10.2014

15:20 Uhr

Fiat spaltet Ferrari ab

Marchionnes nächster Streich

So verwandelt man schlechte Nachrichten in einen Börsenrausch: Autobauer Fiat-Chrysler spaltet Ferrari ab, zehn Prozent der Tochter will FCA-Chef Marchionne an den Markt bringen, hieß es. Die Anleger sind euphorisch.

Sergio Marchionne legt nach: Nachdem der Fiat-Chrysler-Chef erst am 13. Oktober die fusionierten Unternehmen Fiat und Chrysler erfolgreich an die Börse brachte, soll nun auch Ferrari den Sprung aufs Parket wagen.

Fiat Chrysler gab am Mittwoch bekannt, intern grünes Licht für die Abspaltung von Ferrari gegeben zu haben. Zehn Prozent der Sportwagen-Tochter sollten an den Markt gebracht werden. Die restlichen Anteile würden an die Aktionäre von Fiat Chrysler gehen, darunter auch die Agnelli-Familie, die Fiat einst gründete. Die Transaktion dürfte nächstes Jahr über die Bühne gehen. Ferrari-Aktien sollen vor allem in den USA gehandelt werden.

Nach der erst vor gut zwei Wochen vollzogenen Fusion des italienischen Autobauers Fiat und des US-Herstellers Chrysler will sich FCA mit dem Schritt frisches Kapital besorgen. Vorstandschef Sergio Marchionne erklärte, es sei passend, dass für FCA und Ferrari unterschiedliche Wege verfolgt würden.

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Die Aktie legte nach der Ankündigung zeitweise um bis zu 16 Prozent zu - und das, obwohl Fiat Chrysler im dritten Quartal zwar mehr verdient, die Markterwartungen aber verfehlt hat. Der operative Gewinn stieg um sieben Prozent auf 926 Millionen Euro, wie der Auto-Hersteller ebenfalls am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten jedoch mit 940 Millionen Euro gerechnet. Vor allem in Lateinamerika stockt der Motor. Insgesamt erhöhte sich der Konzernumsatz aber dank der internationalen Expansion um 14 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro.

Kommentare (2)

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Frau Pia Paff

29.10.2014, 15:59 Uhr

Dieser (...) [Mensch] ist der Totengräber von Ferrari.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Moritz J. Mueller

29.10.2014, 17:03 Uhr

Bei Verbindlichkeiten in Höhe von 74,190 Milliarden Euro (Bankschulden, hochverzinste Anleihen etc.) denen ein Eigenkapital von 12,584 Milliarden Euro gegenüber steht (Quelle: http://www.finanzen.net/bilanz_guv/Fiat-Chrysler-Automobiles) bleibt ein Herrn Marchionne auch gar nichts anderes übrig als das Tafelsilber zu verscherbeln. Wie alle Blender und Blöffer glaubt er nun Ferrari besser zu veräußern indem er es schrittweise verkauft (10% heute...) um damit am Ende einen höheren Ertrag zu erzielen. Bei diesem Verschuldungsstand müssen alle Erträge zur Finanzierung der Zinsen (und wohl nur teilweisen, da volle Tilgung nie möglich sein wird) aufgewendet werden. Da bleibt nichts für Investitionen, die unter Marchionne sowieso in die falsche Richtung gehen würden. Was Fiat-Chrysler betreibt ist praktisch Insolvenzverschleppung und die Reaktion an den Börsen zeigt einmal mehr dass Kostolani recht hatte als er bemerkte was für Elemente dort unterwegs sind.
Zu Herrn Marchionne braucht man auch keine Worte mehr zu verlieren. Seid über zehn Jahren verspricht er immer das Gleiche, nämlich starken Wachstum. Freilich ist unter seiner Regie immer das Gegenteil eingetreten. Wer aber nach wie vor sich der Realität gegenüber resistent zeigt, dem ist nicht nur nicht zu helfen, er wird am Ende auch eine sehr hohe Rechnung zahlen.

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