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25.11.2013

14:43 Uhr

Fiat-Tochter

Chrysler verschiebt den Börsengang

Der US-Autoriese Chrysler will frühestens im neuen Jahr an die Börse gehen. Der Konzern verweist auf vertragliche Vereinbarungen mit dem mächtigen Gewerkschaftsfonds Veba. Der Zwist mit dem Mutterkonzern Fiat hält an.

Fiat-Chef Sergio Marchionne sieht den Chrysler-Börsengang mittlerweile skeptisch. AFP

Fiat-Chef Sergio Marchionne sieht den Chrysler-Börsengang mittlerweile skeptisch.

Detroit/TurinFiat hat den geplanten Börsengang seiner US-Tochter Chrysler grundsätzlich infrage gestellt. Es könne derzeit nicht gesagt werden, ob und wann der Gang aufs Parkett vollzogen werde, teilte der italienische Autobauer am Montag mit. Dies hänge von den Marktbedingungen ab. Fest steht demnach, dass der Börsengang nicht wie geplant bis Ende dieses Jahres umgesetzt wird. Angepeilt werde stattdessen, das IPO im ersten Quartal 2014 voranzutreiben. In der Begründung hieß es, man wolle alle vertraglichen Vereinbarungen mit dem US-Gewerkschaftsfonds Veba erfüllen.

Chrysler hatte Ende September angekündigt, an die Börse gehen zu wollen. Das IPO soll auch den Streit zwischen Fiat und dem mit 41,5 Prozent zweitgrößten Chrysler-Aktionär, dem Gewerkschaftsfonds Veba, beilegen. Während Fiat Chrysler komplett übernehmen will, wollte sich Veba zum angebotenen Preis nicht von seiner Beteiligung trennen.

Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, dass Chrysler bereits in der laufenden Woche eine Preispanne für die neue Aktie festlegen könnte. Bis zu zwei Milliarden Dollar wolle das Unternehmen durch den Schritt einnehmen. Der genannte Termin in der ersten Dezemberwoche wurde nun aber vom Unternehmen dementiert.

Der Börsengang ist eine Möglichkeit, um aus dem Dilemma herauszukommen: Entweder werden Anteile des Gesundheitsfonds tatsächlich über die Börse verkauft und Fiat kann sie dort über kurz oder lang zum Marktpreis erwerben. Oder es ist denkbar, dass die anstehenden Gespräche mit außenstehenden Investoren letztlich nur dazu dienen, ein Gefühl für den wahren Wert von Chrysler zu bekommen und es am Ende doch noch zu einer Einigung kommt.

Die größten Autobauer der Welt

Platz 10

Suzuki - 2,69 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Auch wenn der Absatz der Japaner stagniert treibt auch hier der Yen-Wechselkurs die Gewinne nach oben. Der Gewinn legt um satte 50 Prozent zu.

Platz 9

PSA Peugeot Citroën- 2,82 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Franzosen stecken weiter tief in der Krise und haben im Jahr 2013 rund fünf Prozent weniger Autos verkauft. Mit frischem Geld aus China soll es dieses Jahr wieder aufwärts gehen.

Platz 8

Honda - 4,28 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Kaum ein Autokonzern weltweit hat bei den Verkäufen so stark zugelegt wie die Japaner. Unterm Strich steht ein Plus von satten 12 Prozent.

Platz 7

Fiat/Chrysler - 4,42 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Fusion soll dem italienisch-amerikanischen Duo neuen Schwung verleihen. Für Gewinne sind im Markenreicht von Fiat, zu dem auch Maserati, Alfa Romeo und Jeep zählen, vor allem die Amerikaner zuständig.

Platz 6

Nissan- 5,1 Millionen verkaufte Fahrzeuge

In Deutschland erfreut sich vor allem der SUV Qashqai enormer Beliebtheit, aber auch weltweit läuft es rund für Japaner. Unter Strich steht ein Absatzplus von etwa drei Prozent.

Platz 5

Ford- 6,33 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Die Amerikaner haben nicht nur eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte hinter sich, sondern mit dem Focus erneut das meistverkaufte Auto der Welt in ihren Reihen. Für das Treppchen reicht das allerdings nicht.

Platz 4

Hyundai/Kia- 7,61 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre ist etwas abgekühlt, doch die Koreaner legen weiterhin stetig zu. Das Duo landet trotz starker Heimatwährung beim Absatz im Plus.

Platz 3

Toyota- 9,03 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Gewinn hängt Toyota die Konkurrenz um die Weltmarktspitze locker ab, doch beim Absatz reicht es nur für Bronze. Vor allem weil der Absatz im Vergleich zum Vorjahr nur stagniert.

Platz 2

Volkswagen- 9,51 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Der VW-Konzern kommt beim Absatz auf den zweiten Platz. Mit allen zwölf Konzernmarken, darunter auch Audi und Porsche, erwirtschaften die Wolfsburger ein Absatzplus von vier Prozent.

Platz 1

General Motors - 9,71 Millionen verkaufte Fahrzeuge

Beim Absatz behaupten die Amerikaner im Dreikampf mit Toyota und Volkswagen die Krone. Ob sich der Titel angesichts der aktuellen Rückrufprobleme verteidigen lassen wird?

Quelle

Ernst&Young-Studie „Die größten Automobilhersteller weltweit“, Gesamtjahr 2013

Fiat- und Chrysler-Chef Sergio Marchionne hatte bereits angekündigt, dass die Vorbereitungen für den Börsengang laufen. „Lasst den Markt sprechen“, hatte er jüngst in einem Interview gesagt. Fiat kann auf Chrysler kaum mehr verzichten. Der US-Hersteller hat sich dank guter Verkäufe im nordamerikanischen Markt wiederholt als Stütze für die Italiener erwiesen, die unter dem schlecht laufendenden europäischen Automarkt leiden.

Vor einigen Jahren war die Rollenverteilung noch eine andere: Chrysler, eine Beteiligung des Finanzinvestors Cerberus, war während der Wirtschaftskrise 2009 in die Insolvenz gerutscht. Fiat sprang dem Unternehmen mit technischem Know-how bei. Im Gegenzug bekamen die Italiener nach und nach immer mehr Anteile. Momentan sind es 58,5 Prozent.

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