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14.10.2014

12:24 Uhr

Fiesta-Produktion gedrosselt

Kurzarbeit für Mitarbeiter des Ford-Werkes Köln

Wie angekündigt hat der Autobauer Ford in seinem Werk in Köln Kurzarbeit eingeführt. Betroffen sind rund 4000 der insgesamt 17.300 Beschäftigten. Wegen geringer Nachfrage wird die Produktion des Fiesta gedrosselt.

Ford hat die Produktion seines Kleinwagens Fiesta im Werk in Köln gedrosselt. dpa

Ford hat die Produktion seines Kleinwagens Fiesta im Werk in Köln gedrosselt.

KölnDer Autobauer Ford hat am Standort Köln wie angekündigt die Produktion seines Kleinwagens Fiesta gedrosselt. Seit Montag wird in den Ford-Werken in der Domstadt kurzgearbeitet, wie eine Ford-Sprecherin am Dienstag bestätigte.

Bis Mitte November stehe die Produktion immer montags und freitags an insgesamt elf Tagen still. Grund sei die schwache Nachfrage in einigen europäischen Märkten. Rund 80 Prozent der in Köln hergestellten Fahrzeuge gehen in den Export.

Kurzarbeit erklärt

Was ist Kurzarbeit?

Kurzarbeit beschreibt einen geplanten Arbeitsausfall, der Unternehmen von Lohnkosten entlasten soll. Kurzarbeitergeld wird anstelle von Lohn gezahlt. Es gibt drei unterschiedliche Formen: Zum einen saisonale Kurzarbeit bestimmter Branchen, etwa im Winter für das Baugewerbe. Zum anderen gibt es die Transfer-Kurzarbeit (Kurzarbeit Null), die bei betrieblichen Restrukturierungen greift. Die dritte Variante ist die konjunkturelle Kurzarbeit, die infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise von den Unternehmen am häufigsten beantragt wurde.

Wie läuft die Beantragung?

Die Unternehmen müssen geplante Kurzarbeit mit Zustimmung ihres Betriebsrats bei der Bundesagentur für Arbeit anmelden. Bei tarifgebundenen Unternehmen muss die Möglichkeit zur Kurzarbeit im Tarifvertrag geregelt sein. Erst nach einer Genehmigung seitens der Agentur und frühestens vom Monat der Antragstellung an darf in dem jeweiligen Unternehmen weniger gearbeitet werden. Es sind zahlreiche Formen der Arbeitsreduzierung möglich. So können ganze Wochen oder auch einzelne Schichten oder Tage ausfallen.

Was bekommen die Arbeitnehmer?

Die Mitarbeiter erhalten von ihren Arbeitgebern für die tatsächlich gearbeitete Zeit weiterhin Lohn und Gehalt. Die Bundesagentur für Arbeit zahlt für die ausgefallene Zeit, angelehnt an das Arbeitslosengeld, zusätzlich einen gewissen Prozentsatz des wegfallenden Netto-Entgelts - 60 Prozent bei Kinderlosen, 67 Prozent bei Eltern. Diese Lohnersatzleistung wird nicht versteuert, aber in die Berechnung der Steuerprogression einbezogen. Der Arbeitgeber muss 80 Prozent der kompletten Sozialversicherungsbeiträge abführen.

Was waren die wichtigsten Änderungen aus dem Konjunkturpaket 2009?

Mit dem Jahreswechsel 2009 war die mögliche Höchstförderdauer befristet auf 18 Monate verlängert worden, später dann sogar auf 24 Monate. Die Voraussetzung, dass ein Drittel der Belegschaft betroffen sein muss, entfiel ebenfalls befristet. Der Arbeitsausfall musste nur noch mindestens zehn Prozent betragen. Die Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgebers übernahm die Arbeitsagentur bis zur Hälfte und sogar komplett, wenn in mindestens der Hälfte der unfreiwilligen Freizeit die Mitarbeiter weitergebildet werden.

Betroffen von der Kurzarbeit sind rund 4000 der insgesamt 17.300 Ford-Beschäftigten in Köln. Sie erhalten neben dem Kurzarbeitergeld eine Ausgleichsprämie, um die finanziellen Einbußen gering zu halten, wie die Unternehmenssprecherin betonte.

Das Unternehmen hatte die Kurzarbeit bereits im September bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt. Zur Begründung hieß es in Köln, das Unternehmen wolle nicht auf Halde produzieren, um die Fahrzeuge dann mit deutlichen Abschlägen in den Markt zu drücken.

Von

dpa

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