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29.01.2014

18:50 Uhr

Finanzierungsprobleme

Biotechfirma Wilex stellt klinische Forschung ein

Wilex verordnet sich einen harten Schrumpfkurs. Das Problem: Die Firma konnte nicht genügend Kapital sammeln, um den Betrieb wie bisher fortzuführen. Nun sollen 80 Prozent der Stellen in München wegfallen.

Biotech (Symbolbild): Bei Wilex reichen die Mittel lediglich bis ins dritte Quartal dieses Jahres. Reuters

Biotech (Symbolbild): Bei Wilex reichen die Mittel lediglich bis ins dritte Quartal dieses Jahres.

Frankfurt/MainDie Münchener Biotechfirma Wilex setzt wegen anhaltender Finanzierungsprobleme erneut den Rotstift an und stellt ihre klinische Forschung ein. Wilex werde die klinische Arzneientwicklung schrittweise beenden und in München 80 Prozent der Stellen streichen, kündigte das Unternehmen am Mittwoch an.

Wilex habe in den vergangenen Monaten alle Optionen zur Fortführung der klinischen Arzneiforschung geprüft, sagte Wilex-Chef Olaf Wilhelm. „Wir führen weiterhin Gespräche mit potenziellen Partnern, aber bislang konnte kein Vertrag abgeschlossen werden“, räumte er ein. Künftig hat Wilex in der bayrischen Metropole nur noch zehn Mitarbeiter. Das Unternehmen will zudem die Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen 2013 auf spätestens den 31. März dieses Jahres verschieben.

Wilex sei es nicht gelungen, genügend Kapital einzusammeln, um seine Geschäfte wie bisher fortzuführen. Aktuell reichten die Mittel lediglich bis ins dritte Quartal dieses Jahres. Durch den harten Schrumpfkurs soll laut Wilex die Finanzierung bis mindestens ins zweite Halbjahr 2015 gesichert werden. Die Tochter Heidelberg Pharma soll künftig nur noch Auftragsforschung für andere Unternehmen erledigen und die Antikörper-Technologie ADC vertreiben.

Die größten Pharmakonzerne nach Jahresumsatz

Platz 10

Teva (Israel)
20,3 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +/- 0 %

Pharma-Umsätze im Jahr 2013, Quelle: Unternehmen

Platz 9

Eli Lilly (USA)
21,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,9 %

Platz 8

Astra-Zeneca (Großbritannien)
25,7 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -8,1 %

Platz 7

Johnson & Johnson (USA)
28,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +10,9 %

Platz 6

Glaxo Smith Kline (Großbritannien)
33,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -1,3 %

Platz 5

Sanofi (Frankreich)
37,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -2,9 %

Platz 4

Merck (USA)
37,4 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -7,8 %

Platz 3

Roche (Schweiz)
39,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +3,9 %

Platz 2

Novartis (Schweiz)
47,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,6 %

Platz 1

Pfizer (USA)
47,9 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -6,5 %

Mit den Schritten zieht die Biotechfirma weitere Konsequenzen aus dem herben Forschungsrückschlag im Herbst 2012, als das Krebsmittel Rencarex in einer Studie durchgefallen war. Rencarex war bis dahin der wichtigste Hoffnungsträger der Firma. Bereits kurz danach hatte Wilex ein Viertel seiner Arbeitsplätze in München gestrichen. An der Börse löste das Scheitern einen massiven Wertverlust aus. Aktuell kosten Wilex-Aktien 1,26 Euro - im Februar 2007 wurden Wilex-Aktien noch zu Kursen knapp unter 15 Euro gehandelt. SAP-Mitgründer Dietmar Hopp ist an Wilex maßgeblich beteiligt.

Von

rtr

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