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07.08.2013

16:23 Uhr

Finanzinvestor

KKR bastelt bei ATU an Umschuldung

Die angeschlagene Werkstattkette ATU steht vor einer Umschuldung. Rund 600 Millionen Euro Schulden sollen in Eigenkapital verwandelt werden. Damit will der Finanzinvestor KKR seinem Sorgenkind Ruhe verschaffen.

Die klassische Klientel von ATU brach zum Großteil weg, nachdem zwei Millionen Deutsche mit Hilfe staatlicher Zuschüsse 2009/10 ihre alten Autos verschrottet hatten. ap

Die klassische Klientel von ATU brach zum Großteil weg, nachdem zwei Millionen Deutsche mit Hilfe staatlicher Zuschüsse 2009/10 ihre alten Autos verschrottet hatten.

StuttgartBei der angeschlagenen Werkstattkette A.T.U (Auto-Teile Unger) bastelt der Finanzinvestor KKR als Eigentümer Kreisen zufolge an einer Umschuldung. Zwei mit den Verhandlungen vertrauten Personen zufolge hat KKR Gespräche mit dem Gläubiger Centerbridge aufgenommen, der einen großen Teil der ATU-Anleihen übernommen hat. Im Rahmen der Umschuldung solle ein Teil der Schulden von rund 600 Millionen Euro in Eigenkapital gewandelt werden, sagten die beiden Insider. KKR wolle bei ATU aber eine Mehrheitsposition behalten. „KKR will das Thema ATU endlich loswerden“, sagte ein Insider.

ATU ist einer der größten Problemfälle des Finanzinvestors in Deutschland, der die Kette mit mehr als 600 Werkstätten und rund 12.000 Beschäftigten 2004 vom Finanzinvestor Doughty Hanson für 1,45 Milliarden Euro übernommen hatte. Vor fünf Jahren hatte KKR rund 140 Millionen Euro Kapital nachgeschossen.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

KKR hat Restrukturierungsexperten von Houlihan Lokey und Goldman Sachs beauftragt, einen Sanierungsplan auszuarbeiten. Die Gläubiger werden von Moelis beraten. Zur Debatte steht den Kreisen zufolge unter anderem die Idee, die 143 Millionen schweren Nachranganleihen komplett in Eigenkapital zu wandeln und ebenso einen Teil der 450 Millionen an besicherten Anleihen.

Auch die Ausgabe einer Hochzinsanleihe zur Umschuldung und der Beschaffung der für Investitionen benötigten Mittel sei möglich, sagte ein Insider.

ATU kämpft angesichts der angespannten Konjunktur mit schwindender Nachfrage und wachsender Konkurrenz, etwa durch Online-Reifenhändler wie Delticom. Einen großen Teil der Schulden hatte KKR dem Unternehmen ATU im Zuge der Übernahme selbst aufgeladen.

„Die Restrukturierung geht weiter, wir erwägen alle Optionen“, sagte ein ATU-Sprecher. KKR und die Berater lehnten eine Stellungnahme ab, bei Centerbridge war keine Stellungnahme zu erhalten.

Von

rtr

Kommentare (2)

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brucelee

08.08.2013, 20:08 Uhr

Was will man erwarten wenn eine Heuschrecke so eine Firma übernimmt um sie auszusagen? Es wird die nächste kommen und noch etwas würgen..denn etwas bleibt immer über um sich die eigenen Taschen schön voll zu machen..danke KKR!

Thuer

22.08.2013, 16:26 Uhr

Selber Schuld. Wenn weiter mit den Angestellten gemacht wird, wie man will. Wo bleibt da die Motivierung. Bei ATU regiert ja nur die Veternwirtschaft. Wer dagegen reagiert wird entsorgt ( entlassen ).

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