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19.01.2010

08:06 Uhr

Finanzinvestor

Siemens zerrt Arques vor Schiedsgericht

VonJoachim Hofer

Der Streit um die Ex-Tochter Gigaset geht in die nächste Runde: Siemens fordert eine Kaufpreiszahlung und einen Sanierungsbeitrag. Branchenkenner vermuten, dass der Konzern bei Gigaset nun unbedingt ein Debakel wie mit BenQ vermeiden möchte.

Das Streitobjekt Gigaset ist vornehmlich Hersteller von schnurlosen Telefonen wie diesem. ap

Das Streitobjekt Gigaset ist vornehmlich Hersteller von schnurlosen Telefonen wie diesem.

MÜNCHEN. Die Auseinandersetzung zwischen Siemens und der Beteiligungsgesellschaft Arques um den angeschlagenen Telefonhersteller Gigaset spitzt sich zu. Nach Angaben aus Finanzkreisen hat der Münchener Konzern den Finanzinvestor Ende Dezember vor einem Schiedsgericht verklagt. Siemens fordert von Arques 15 Mio. Euro Kaufpreis für seine ehemalige Tochter sowie 20 Mio. Euro als Restrukturierungshilfe für den Anbieter von Schnurlos-Apparaten. Arques lehnt die Ansprüche ab.

Siemens und Arques streiten sich wegen Gigaset schon seit einigen Monaten. Kurz vor Weihnachten kam es sogar zu einem Prozess vor dem Landgericht München. In einem Vergleich hatten sich damals der Elektrokonzern und Gigaset-Mehrheitseigentümer Arques darauf geeinigt, dass Gigaset-Chef Michael Hütten seinen Posten zum 15. Februar niederlegt.

Umstrittene Doppelrolle

Hütten ist gleichzeitig Vorstand bei Arques. Siemens hatte in der Doppelrolle einen Interessenkonflikt gesehen und gegen Hütten geklagt. Der Konzern forderte eine klare Trennung der Mandate, Hütten könne nicht beides sein, hieß es.

Jetzt sind beide Seiten erneut auf Konfrontationskurs. Diesmal tragen sie den Streit laut den Kreisen allerdings wie vertraglich vereinbart vor einem Schiedsgericht aus. Dabei geht es zum einen um eine Kaufpreisrate von 15 Mio. Euro, die Arques Siemens laut Vertrag noch schulden soll. Das Geld wäre nach Ansicht von Siemens im Oktober fällig gewesen. Arques-Vorstand Gisbert Ulmke sagte gestern dem Handelsblatt, die Summe seit strittig, sein Unternehmen sei deshalb "in Gesprächen" mit Siemens. Dass es zu einem Verfahren vor einem Schiedsgericht komme, sei nicht auszuschließen. Eine Siemens-Sprecherin wollte sich nicht äußern.

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