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20.09.2011

18:21 Uhr

Finanzkrise

Privatjet-Betreiber fürchten die Krise

VonJens Koenen

ExklusivDie Finanzkrise wird die Vermittler von Privatflugzeugen hart treffen. Das liegt auch an vermögenden Privatleuten. Die geben weniger Geld für den Privatflug aus, wenn das investierte Geld weniger wert ist.

Ein Learjet startet am Flughafen Düsseldorf. ap

Ein Learjet startet am Flughafen Düsseldorf.

Der Markteinbruch nach der Lehman-Pleite ist noch nicht verkraftet, da droht schon der nächste Einbruch. Neues Ungemach für die Betreiber und Vermittler von Privatflugzeugen. Die Euro-Krise und die wachsende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung bedroht die gerade erst begonnene Erholung von dem schweren Markteinbruch nach der Lehman-Pleite.

„Die Aussichten auf eine neue Krise wird Auswirkungen auf den Privatjet-Bereich haben. Wenn alles andere gestrichen wird, sind auch Privatjets nicht mehr gerne gesehen“, sagt Birte Püschel-Kipke, Europachefin von Air Partner, Europas größter Vermittler und Dienstleister von Privatflugzeugen.. Wie schlimm ein möglicher Einbruch ausfallen wird, weiß derzeit keiner. „Vor 15 Jahren konnten wir die kommenden vier bis fünf Monate überschauen. heute sind wir froh, wenn wir vier Wochen schaffen“, sagt Mark Briffa, der CEO von Air Partner.

Nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers war es mit der Privat-Fliegerei massiv bergab gegangen. „2009 gab es für uns einen Rückgang beim Flugvolumen um 20 Prozent“, sagt Eric Connor, der Chef von Netjets Europe, einem der größten Privatjet-Vermarkter. Ein Tiefschlag, von dem sich die Branche immer noch nicht so richtig erholt hat. Zwar setzte 2010 die Erholung ein, doch mit einem Plus von fünf bis acht Prozent geht das nur langsam.

Nun droht ein neuer Rückschlag, weil wichtige Kunden vorübergehend ausfallen könnten. „Die vermögenden Privatleute schauen sehr stark darauf, wie ihre aktuelle finanzielle Situation aussieht. Geht es mit der Börse runter und das investierte Geld ist weniger wert, wird im Zweifel auf den Privatflug verzichtet“, beschreibt Gerald Wissel,. Managing Director der Beratungsgesellschaft Airborne Consulting, seine Erfahrungen. Auch die wichtigen Investmentbanker, die in boomenden Zeiten zum Beispiel für Übernahmegespräche bei Kunden sehr häufig in den eigenen Jet steigen, fehlen in einer Krise. Weh tun zudem die ausbleibenden Börsengänge. Manager, die für die Roadshow schnell von einem zum anderen Ort gelangen muss, sind gerne gesehen Gäste an Board der Privatjets.

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