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01.06.2012

07:28 Uhr

Firmenvergleich

US-Konzerne sind wieder Gewinnmaschinen

VonUlf Sommer

Vor zwei Jahren haben es die 500 größten Konzerne in Europa geschafft, profitabler als die Konkurrenz aus den USA zu sein. Das ist vorbei. Während Europa abgeschlagen ist, werden die USA mehr und mehr zur Gewinnmaschine.

US-Flaggen vor der Zentrale von General Motors: Auch der Autobauer aus Detroit hat sich wieder aufgerappelt. dpa

US-Flaggen vor der Zentrale von General Motors: Auch der Autobauer aus Detroit hat sich wieder aufgerappelt.

DüsseldorfDie Freude währte nur kurz. Vor zwei Jahren war es den 500 größten Konzernen Europas zum zweiten Mal in der Nachkriegszeit gelungen, profitabler als ihre US-Rivalen zu wirtschaften. Doch die Euro-Schuldenkrise hat die Verhältnisse zurechtgerückt: 2011 setzten sich die Amerikaner mit Gewinnmaschinen wie Exxon Mobil, Chevron oder Apple wieder an die Spitze.

Mit 8,6 Prozent Nettoumsatzrendite wirtschafteten die US-Konzerne deutlich profitabler als die Konkurrenz in Europa, die auf eine Marge von 6,5 Prozent kommt. Dies zeigt die Handelsblatt-Studie "Firmenvergleich Europa/Amerika".

Auf umgerechnet 521 Milliarden Euro steigerten die 500 größten US-Konzerne (ohne Finanzbranche) ihre Ergebnisse - 14 Prozent mehr als 2010. Mit zweistelligen Milliardengewinnen überzeugten nicht nur die IT-Giganten Apple, Microsoft und IBM, sondern auch der Einzelhändler Wal-Mart, der Autobauer Ford, der Pharmaspezialist Pfizer, der Markenartikler Procter & Gamble und der Mischkonzern General Electric.

Dagegen verharrte die europäische Konkurrenz mit 506 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Allerdings: Hätten Europas Konzerne insgesamt so abgeschnitten wie die deutschen, sähe der Vergleich viel besser aus: Siemens, Linde, Henkel und SAP erzielten Rekordwerte und ließen die Konzerngewinne hierzulande um durchschnittlich sechs Prozent steigen. Spitzenreiter Volkswagen gelang sogar eine Verdopplung auf 15,8 Milliarden Euro.

Doch die Einbrüche vor allem in den von der Schuldenkrise geplagten Ländern Südeuropas konnten die Deutschen nicht ausgleichen - ebenso wenig wie die britischen Konzerne, die ihre Ergebnisse sogar um 40 Prozent steigerten. In Portugal sanken die Nettogewinne der Firmen um 69 Prozent, in Italien um 54, in Spanien um 37 Prozent und in Frankreich um sechs Prozent. Aber auch finnische Firmen mussten einen Gewinnrückgang von 55 Prozent verkraften. Grund ist die Abhängigkeit dieser Länder vom europäischen Markt, wo die Firmen durchschnittlich mehr als 50 Prozent ihrer Erträge erzielen.

Geschäftsranking: Großbritannien führt Europa an

Geschäftsranking

Großbritannien führt Europa an

Britische Firmen steigern ihre Gewinne und Margen rasant: Sie profitieren von der geringen Abhängigkeit von Kontinentaleuropa, ihrem hohen Globalisierungsgrad und dien niedrigen Steuern auf der Insel.

Ökonomen haben wenig Hoffnung auf eine baldige Besserung: "Der Abschwung im Euro-Raum hat im Mai weiter an Fahrt aufgenommen", sagt Chris Williamson vom Datenspezialisten Markit. Die Analysten der internationalen Finanzhäuser haben deshalb ihre Gewinnschätzungen für Europas Unternehmen um rund zehn Prozent nach unten korrigiert, für die Industrie gar um 15 Prozent. Auch deutsche Konzerne wie BASF, Siemens und VW müssen demnach 2012 mit Gewinnrückgängen von mehr als zehn Prozent rechnen.

Kommentare (4)

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petervonbremen

01.06.2012, 07:41 Uhr

Hartz IV sei Dank bzw. Gerhard Schröder, dass es hier in Deutschland (noch) sehr gut aussieht. Natürlich auch die umsichtige (wenngleich auch nicht selten) korrupte Politik deutscher Firmen.
Und USA.... oh man die Parasiten der Welt. Wenn man sich die geänderte Gehaltsstrukturen amerikanischer Firmen anschaut, ist es ja kein Wunder, dass die Renditen gesteigert wurden. Nur, dass dies auf Kosten der Verarmung eines Großteils des (ehemaligen) Mittelstandes erkauft wird, konnte ich Ihrem Artikel jetzt nicht entnehmen.

Ben

01.06.2012, 08:35 Uhr

Hurra !!! Sie rollen den Berg hinauf.....
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/05/31/rueckschlag-fuer-obama-us-industrie-plant-massen-entlassungen/

pappus

01.06.2012, 09:25 Uhr

mehr muss man dazu nicht sagen....

http://www.washingtontimes.com/news/2012/may/31/demonstrators-heckle-bilderberg-attendees/?page=1

Globale "Entscheidungsträger" auf dem Bilderberg Treffen in Chantilly/Virginia, USA
Finanzen, Presse, etc.
Vgl Kommentar zu "Syrien verlegt sich auf Verschwörungstheorie" heute morgen im HB

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