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03.01.2014

19:19 Uhr

Fisker

Die unerwünschten Retter aus Fernost

Der US-Sportwagenbauer Fisker ist insolvent, lehnt aber ein millionenschweres Übernahmeangebot eines chinesischen Autozulieferers ab. Vorstand und Gläubiger sind sich nicht einig, wer der Retter werden soll.

Der Fisker "Karma" könnte nur eine Randnotiz in der Automobilgeschichte bleiben.

Der Fisker "Karma" könnte nur eine Randnotiz in der Automobilgeschichte bleiben.

DelawareEs gibt auch Wunderkinder, die scheitern. Während Elektroauto-Pionier Tesla sich anschickt, endlich in die schwarzen Zahlen zu fahren, steht ein weiteres Wunderkind der US-Autoindustrie vor dem Aus. Fisker galt bei seiner Gründung im Jahr 2007 als Pionier für hybride Sportwagen. Mit dem „Karma“ brachte der kleine Autobauer aus Anaheim, Kalifornien, im Jahr 2011 einen 330 PS starken Viertürer auf den Markt, der mit einem Einstiegspreis von 102.000 Dollar (74.700 Euro) zur Luxusklasse zählt.

Doch dann brachten gleich mehrere Schicksalsschläge das Start-up in Schieflage. Erst musste Fisker einen teuren Rückruf stemmen, danach ging ein Batteriezulieferer in die Insolvenz und schlussendlich wurde auch noch ein Großteil der nicht ausgelieferten Fahrzeuge von Hurrikan Sandy zerstört. Im November 2013 war der Traum geplatzt, Fisker musste selbst Insolvenz anmelden.

Eigentlich hatte man schon einen Retter gefunden. Ende November hatte Fisker einen Vertrag mit der Hybrid-Tech-Holding abgeschlossen. Das Unternehmen um Richard Li, Sohn des reichsten Manns von Hongkong, sicherte sich damit die Vermögenswerte von Fisker und beantragte gleichzeitig Gläubigerschutz. Hybrid Tech, das selbst an einem 170-Millionen-Dollar-Kredit für Fisker beteiligt war, wäre damit aus dem Schneider gewesen, andere Kreditgeber wären dagegen leer ausgegangen. Darum laufen die Gläubiger nun Sturm gegen die Einigung.

Stattdessen wollen die Gläubiger gerichtlich durchsetzen lassen, das Angebot des größten chinesischen Autozulieferers Wanxiang anzunehmen. Die Chinesen hatten kurz vor dem Jahreswechsel 24,7 Millionen Dollar (18,1 Millionen Euro) geboten. Daraufhin war die Verkauf an Li gestoppt worden. Eine Entscheidung, die die Fisker-Verantwortlichen verärgerte.

Sie machen die Chinesen mitverantwortlich für ihre Pleite. Nachdem die Chinesen den wichtigen Zulieferer A321 übernommen hätten, seien die Batterielieferungen zurückgefahren worden. „Wanxiang versucht von einer Pleite zu profitieren, die sie selbst verursacht haben“, schrieb das Unternehmen in einer Stellungnahme für ein Gericht.

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