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19.08.2015

13:54 Uhr

Fisker

Was plant der vergessene Tesla-Zwilling?

VonLukas Bay

Vor etwa einem Jahr verschwand der US-Elektroautobauer Fisker nach Finanzproblemen von der Bildfläche. Dann übernahmen die Chinesen. Nun mehren sich die Anzeichen für ein Comeback.

Der Fisker Karma gehörte bei seiner Premiere im Jahr 2008 zu den Berühmtheiten der North American International Auto Show in Detroit. ap

Traum unter Strom

Der Fisker Karma gehörte bei seiner Premiere im Jahr 2008 zu den Berühmtheiten der North American International Auto Show in Detroit.

DüsseldorfDie wahrscheinlich schönste Elektro-Neuheit des Jahres 2008 hieß Karma. Der Plug-in-Hybrid mit schwungvoll gezeichnetem Chassis, 330 PS und drei Elektromotoren verzückte damals die Autowelt. Sein Entwickler galt damals als Pionier wie Tesla-Gründer Elon Musk.

Sein Name: Henrik Fisker. Ein Designer, der schon Autos für BMW und Aston Martin entworfen und mit seinem gleichnamigen Start-up innerhalb weniger Jahre 1,4 Milliarden Dollar (rund 1 Milliarde Euro) von privaten und öffentlichen Investoren eingesammelt hatte. Neben Tesla galt Fisker seinerzeit als der erfolgversprechendste Elektroautobauer. Doch auch Wunderkinder können scheitern.

Nur fünf Jahre nach dem glanzvollen Auftritt war das hoffnungsvolle Start-up insolvent. Mehrere Rückschläge hatten Fisker ausgebremst. Erst mussten hunderte Fahrzeuge zurück in die Werkstätten gerufen werden. Dann stand die Produktion still, weil ein Batterielieferant Insolvenz anmelden musste. Schlussendlich wurde auch noch ein Großteil der nicht ausgelieferten Fahrzeuge von Hurrikan Sandy zerstört. Im November 2013 war der Traum geplatzt.

Umso bemerkenswerter ist es, dass Fisker nun mit neuem Besitzer zurückkommen könnte. Mitte 2014 hatte der chinesische Zulieferer Wanxiang den Elektroautobauer mit der Rückendeckung einiger Gläubiger für 149 Millionen Dollar (rund 135 Millionen Euro) geschluckt.

Unter chinesischer Fahne soll Fisker sich nun nach einer neuen Produktionsstätte umgesehen haben – und dabei in Süd-Kalifornien fündig geworden sein. Genauer: in Moreno Valley Mit 30 Millionen Dollar soll Fisker eine Autofabrik mit rund 52.000 Quadratmetern angemietet haben, melden mehrere amerikanische Zeitungen übereinstimmend. Die Laufzeit des Vertrages sei auf zehn Jahre angelegt. Nach Angaben der Stadtverwaltung habe Fisker zugesagt, in der neuen Produktion zunächst rund 150 neue Jobs zu schaffen, vor allem mit Arbeitskräften auf aus der Region. „Das ist ein Meilenstein für unsere Stadt“, zitiert die „Detroit Times“ den Bürgermeister Jesse Molina.

Wann Fisker in der neuen Fabrik wieder mit der Produktion startet, ist derzeit noch unklar. Offiziell will das Unternehmen die Meldungen noch nicht kommentieren. Welches Modell gebaut werden soll, liegt für Marktbeobachter dagegen auf der Hand: Der Karma soll zurückkommen. Denn vor der Insolvenz hatte Fisker gerade einmal 2.500 Modelle des halbelektrischen Schönlings verkauft. Damit es nie wieder zu Problemen mit den Zulieferern kommt, haben die chinesischen Besitzer vorgesorgt. Zum Imperium der Chinesen gehört mit A123 auch ein Hersteller für Lithium-Ionen-Batterien, der auch Fisker beliefern soll. Ausgerechnet jener Zulieferer, der Fisker damals in Turbulenzen brachte.

Firmengründer und Namensgeber Henrik Fisker wird beim Neustart allerdings nicht mehr mit an Bord sein. Er hat das Unternehmen im März 2013 verlassen - und arbeitet derzeit längst an neuen Schönheiten.

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