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05.01.2007

10:59 Uhr

Flaniermeile am Wasser

Moderne Konzernzentrale für Thyssen-Krupp

Modern und etwas futuristisch sieht der geplante Neubaukomplex der Konzernzentrale von Thyssen-Krupp in Essen aus, eine Flaniermeile und eine Wasserachse prägen das Gelände. Die neue Zentrale hat aber auch Tradition: Mit dem Umzug kehrt der Konzern an seinen Ursprung zurück.

Eine Computergrafik zeigt den Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs zum Bau der neuen Konzernzentrale. Grafik: Thyssen-Krupp

Eine Computergrafik zeigt den Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs zum Bau der neuen Konzernzentrale. Grafik: Thyssen-Krupp

gil DÜSSELDORF. Der Konzern Thyssen-Krupp hat ein Modell für den geplanten Neubau seiner Hauptverwaltung in Essen ausgewählt. Der Entwurf des Architektenteams Chaix & Morel et Associés aus Paris und JSWD Architekten und Planer aus Köln hat den ersten Preis in dem weltweit offenen Wettbewerb gewonnen und soll nach einer Mitteilung des Konzerns jetzt umgesetzt werden. Der erste Bauabschnitt soll Ende 2008 fertig gestellt werden und der zweite Bauabschnitt im Herbst 2010 beendet sein.

Der Mischkonzern hatte Anfang März 2006 beschlossen, in Essen eine völlig neue Hauptverwaltung zu bauen und dafür die Konzernholding in der Düsseldorfer Innenstadt und die Zentralen von fünf der sechs Konzernsparten aufzugeben und zu verkaufen. Mit dem Verkauf dieser Immobilien sollen die Baukosten von geschätzten 200 Mill. Euro wieder hereinkommen. Zum Stand der Verkäufe konnte ein Sprecher von Thyssen-Krupp keine Details nennen.

Lediglich die Führungsgesellschaft für die Sparte Stahl und Edelstahl bleibt in Duisburg. Am Standort Essen sollen mehr als 2 000 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz finden. Dies sind rund 200 weniger, als der Konzern bisher benötigt. Zusätzlich ergeben sich Einsparungen, weil weniger Fläche benötigt wird.

Auf einem Gelände von über 20 Hektar wird der Konzern nördlich der Innenstadt sowohl die neue Konzernverwaltung als auch weitere Bürogebäude bauen. Zusätzlich ist eine Thyssen-Krupp-Akademie und ein Konferenzzentrum für die rund 2 500 Führungskräfte des Unternehmens geplant. Außerdem lässt der Konzern auf dem Gelände ein Hotel bauen, wird es aber nicht selbst betreiben. Im zweiten Bauabschnitt werden die Führungsgesellschaften der Konzernsparten mit Ausnahme von Stahl und die operativen Einheiten nach Essen umziehen.

Auslöser für den Neubau waren fällige hohe Investitionen in die Modernisierung der konzerneigenen Immobilien in Bochum, wo die Sparte Automobilzulieferung sitzt, und Essen als Sitz der Sparte Anlagen- und Maschinenbau. Das 1959 gebaute „Dreischeibenhaus“ in Düsseldorf als Sitz der Zentrale war bereits 1994 für rund 100 Mill. Euro saniert worden. Außerdem waren einige der Immobilien nur schwach ausgelastet.

In Essen kehrt der 1999 aus der Fusion von Thyssen und Krupp gebildete Konzern an seinen Ursprung zurück. „Thyssen-Krupp und seine beiden Vorgängerunternehmen haben ihre Wurzeln im Ruhrgebiet“, begründete Konzernchef Ekkehard Schulz im März die Entscheidung für den Umzug. Der Konzern hat firmenrechtlich einen Doppelsitz in Duisburg und Essen. Auf dem noch ungenutzten Gelände der künftigen Zentrale stand früher die Gussstahlfabrik von Krupp.

Das alte Hauptquartier, in dem bis 1999 der frühere Krupp-Konzernchef und heutige Vorsitzende des Aufsichtsrates Gerhard Cromme residierte, liegt direkt gegenüber, bleibt aber fremdvermietet. Dagegen wird die Keimzelle des Konzerns, die kleine Stammhütte der Familie Krupp, restauriert und in das Gelände der neuen Konzernzentrale integriert.

Düsseldorf verliert durch den Umzug rund 1 400 Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen von etwa 1,5 Mill. Euro. Die Stadt Essen profitiert dagegen ungemein und beherbergt dann mit RWE, Thyssen-Krupp und der künftig börsennotierten RAG drei große Konzerne, während in Düsseldorf mit Eon und Metro nur noch zwei im Dax notierten Konzerne residieren.

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