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07.01.2010

13:56 Uhr

Flottengeschäft

Franzosen blasen zum Angriff auf deutsche Autobauer

VonHolger Alich, Mark Christian Schneider

ExklusivEuropas Autokonzerne PSA, Renault und Fiat blasen zum Angriff auf den deutschen Flottenmarkt. Das Geschäft mit Großkunden ist traditionell eine Bastion des Marktführers Volkswagen und der deutschen Konkurrenten BMW und Daimler. Der erwartete drastische Rückgang von Privatkunden in diesem Jahr führt zu Offensiven im Geschäft mit Unternehmen, kündigen die VW-Rivalen aus Frankreich und Italien an.

Großangriff: Volkswagen Rivalen auf dem Automarkt, allen voran Peugeot, drängen ins Flottengeschäft. Reuters

Großangriff: Volkswagen Rivalen auf dem Automarkt, allen voran Peugeot, drängen ins Flottengeschäft.

PARIS/HAMBURG. „Wir wollen im Flottengeschäft in Deutschland massiv angreifen“, sagte Jean-Marc Gales, Vorstand für die beiden PSA-Konzernmarken Peugeot und Citroën, dem Handelsblatt. Zwölf sogenannte Key Account Manager, die sich nur um Großkunden kümmern, hat der Konzern dazu in Deutschland bereits eingestellt. Auch Renault ergänzt sein Händlernetz um neue Angebote für Firmenkunden. „Parallel dazu konzentrieren wir uns auf die Akquise von neuen Fuhrparks“, sagt Michael Borner, bei Renault in Deutschland für das Flottengschäft zuständig.

Die Importeure attackieren die Deutschen in ihrer Domäne ganz bewusst zu diesem Zeitpunkt. „Der Verkauf an Privatleute wird in Deutschland einbrechen, das Flottengeschäft dürfte dagegen zulegen“, prognostiziert Gales. Der Automanager rechnet mit einem Rückgang des deutschen Markts von 3,8 Mio. Stück im vergangenen Jahr auf bestenfalls drei Mio. Stück im Jahr 2010.

Ende der Abwrackprämie bringt die Autohersteller in Bedrängnis

Die staatliche Abwrackprämie hatte den Anteil privater Käufer künstlich auf mehr als 60 Prozent aufgebläht, in diesem Jahr dürften es weniger als 50 Prozent werden. Im Unterschied zu anderen Ländern ist in Deutschland die staatliche Absatzförderung beendet. Der Verkauf von 2,8 Mio. Autos an Privatleute dürfte sich daher halbieren. Der zuletzt rückläufige Flottenabsatz dürfte von gut einer Mio. Wagen im Jahr 2009 auf bis zu 1,5 Mio. Stück zulegen.

Von diesem Wachstum wollen sich vor allem die Konzerne PSA, Renault und Fiat eine Scheibe abschneiden. Sie haben mit ihren verbrauchsgünstigen Kleinwagen von der deutschen Abwrackprämie profitiert – entsprechend trifft sie nun das Ende der Subvention. „Unser Marktanteil im Flottengeschäft ist ungefähr halb so groß wie beim Verkauf an Privatleute“, sagt Gales. Derzeit kommen Peugeot und Citroën in Deutschland auf 6,1 Prozent Marktanteil. Die Marke VW kommt hingegen auf 21 Prozent.

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