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16.01.2012

16:13 Uhr

Flucht in die USA

BASF stampft seine Genkartoffel ein

Der deutsche Chemieriese hat die Nase voll - und wandert mit seiner Biotechnik in die Vereinigten Staaten. Der Grund: Mangelnde Akzeptanz für Gentechnologie in Europa. Die restriktive Politik fordert ihr erstes Opfer.

Umstrittenes Gewächs: Genkartoffel Amflora. dpa

Umstrittenes Gewächs: Genkartoffel Amflora.

FrankfurtDer erbitterte Streit hat ein Ende: Wegen der anhaltenden Gentechnik-Skepsis in Europa verlagert der Chemieriese BASF seine Zentrale für Pflanzen-Biotechnologie von Deutschland in die USA. Alle Projekte in der Pflanzengentechnik, die ausschließlich auf Europa ausgerichtet sind, sollen gestoppt werden, kündigte das Unternehmen am Montag an.

Das bedeutet auch das Aus für den Anbau der umstrittenen Genkartoffel Amflora. Der Konzern will bei seiner Tochter BASF Plant Science 140 Stellen in Europa streichen. Die Restrukturierung, die bis Ende 2013 abgeschlossen werden soll, kostet BASF einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.

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Die Mehrheit der Verbraucher, Landwirte und Politiker in weiten Teilen Europas akzeptiere die Gentechnik nicht, begründete BASF-Vorstand Stefan Marcinowski den Schritt. „Die Rahmenbedingungen haben sich insoweit verschlechtert, dass wir auf absehbare Zeit für uns jetzt erkennen müssen, keine Chance für eine erfolgreiche Kommerzialisierung gentechnischer Pflanzen in Europa“, räumte der Manager ein. Marcinowski ist für die Pflanzengentechnik im BASF-Vorstand zuständig.

Der Konzern will sich in dem Feld künftig auf Nord- und Südamerika und die Wachstumsmärkte in Asien konzentrieren.

Kommentare (15)

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Account gelöscht!

16.01.2012, 16:23 Uhr

Genmanipulation ist halt nicht gerade ungefährlich.
Genmanipulierte Sonnenblumen töten z.B. Bienen, da diese zwar Lockstoffe produzieren, aber keinen Nektar für die Biene mehr hat. Dies führt dazu das die Bienen suchen suchen suchen und nichts finden. Das Überleben sie schließlich nicht.

holyowly

16.01.2012, 16:33 Uhr

Gut so - ab nach Amerika. Die sind das genmanipulierte Futter ja schon gewohnt und die Folgen zeigen sich ja auch bereits...

Bye Bye BASF! Die 140 gestrichenen Stellen in Europa können wir jetzt auch noch verkraften.

Account gelöscht!

16.01.2012, 16:46 Uhr

Ein Land, in dem Straßenbau, Neutrassierungen von Stromleitungen und neue Bahnhöfe die Proteste der Bürger hervorrufen, hat erst recht keinen Sinn für Hochtechnologie. Es hat auch keine Probleme damit, wenn die Firmen in aufgeschlossenere Länder ausweichen und dort das fortsetzen, was ohnehin nicht aufzuhalten ist. Wir können dann ja die modernen Produkte teuer importieren oder immer weiter in der Entwicklung zurückfallen.

Gute Nacht, Deutschland

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