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14.03.2013

15:41 Uhr

Fluggesellschaft

Lufthansa spart härter

Die Lufthansa zieht die Sparschrauben abermals an. 2013 will der Konzernchef die Kosten um weitere 100 Millionen Euro drücken. Auch das Gewinnziel ist noch in weiter Ferne. Besonders die Tankrechnung belastet die Bilanz.

Die Lufthansa will in diesem Jahr noch mehr Geld einsparen als im Vorjahr. dpa

Die Lufthansa will in diesem Jahr noch mehr Geld einsparen als im Vorjahr.

FrankfurtDie Lufthansa stellt ihre knapp 120.000 Mitarbeiter auf noch härtere Zeiten ein: Um die hohe Tankrechnung aufzufangen und genug Geld für neue Flugzeuge in der Kasse zu haben, verschärft die Kranich-Airline ihren Sparkurs. „2013 wird ein besonders anspruchsvolles Jahr für Unternehmen und Mitarbeiter“, sagte Konzernchef Christoph Franz am Donnerstag.

Neue Flugzeuge und der Umbau der Geschäfte kosteten viel Geld, bevor die positiven Effekte sich bemerkbar machten. Zu Buche schlagen zunächst vor allem die Kosten für den Jobabbau. Allein für Abfindungen an 2000 Beschäftigte hat Lufthansa 160 Millionen Euro eingeplant. Weltweit fallen 3.500 Jobs weg.

Die 627 Flugzeuge des Lufthansa-Konzerns (Ende 2012)

Airbus A310/A319

A310: Zwei Maschinen (Vermietet)

A319: 81 Maschinen, davon 32 bei Germanwings

Airbus A320/A321

A320: 89 Maschinen

A321: 75 Maschinen

Airbus A330/A340

Airbus A330: 36 Maschinen

Airbus A340: 63 Maschinen

Airbus A380

A380: 10 Maschinen

Boeing 737

B737: 45 Maschinen

Boeing 747 (Jumbo-Jet)

B747: 29 Maschinen

Boeing 767/777

Boeing 767: Sechs Maschinen

Boeing 777: Vier Maschinen

Boeing MD-11F

MD-11F: 18 Maschinen (alle Lufthansa Cargo)

Bombardier

Bombardier CRJ: 56 Maschinen

Bombardier C-Series: 0 (bestellt für 2013 bis 2018: 30 Maschinen)

Bombardier Q-Series: 14 Maschinen

Sonstige

ATR: 11 Maschinen

Avro RJ: 22 Maschinen

Embraer: 42 Maschinen

Fokker F70: 9 Maschinen

Fokker F100: 15 Maschinen

Franz forciert das vor einem Jahr aufgelegte Riesen-Sanierungsprogramm „Score“. Brutto will er in diesem Jahr etwa 740 Millionen Euro einsparen nach 620 Millionen Euro im Vorjahr. Der Lufthansa-Chef will das operative Ergebnis der größten deutschen Fluglinie mit dem umstrittenen Umbau bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro steigern. An der Börse kam der härtere Kurs gut an: Das Papier legte um drei Prozent zu und war damit einer der größten Gewinner im Dax.

Von dem Gewinnziel ist die Airline noch meilenweit entfernt: Im vergangenen Jahr brach der operative Gewinn um ein Drittel auf 524 Millionen Euro ein. „Ohne den Erfolg von Score hätten wir ein negatives operatives Ergebnis ausweisen müssen“, sagte der 52-jährige Franz. Den Ausblick für dieses Jahr hält er vage: Der operative Gewinn soll die Höhe des Vorjahres toppen. „Für 2013 sollten wir die Erwartungen nicht zu hoch schrauben“, betonte er.

Unter dem Strich dürfte der Überschuss sogar sinken, da im Vorjahr Beteiligungen versilbert wurden – der Effekt kommt nicht wieder. 2012 flog die Lufthansa einen Überschuss von 990 Millionen Euro ein nach 13 Millionen Euro Verlust im Vorjahr.

Lufthansa: Sparprogramm mit Haifischflosse

Lufthansa

Sparprogramm mit Haifischflosse

Nicht nur der Arbeitsplatzabbau, auch das Schrumpfen der Flotte kostet Millionen.

Aus Sicht des Unternehmens ist der harte Sparkurs alternativlos. Nur mit mehr Geld in der Kasse könne die Airline die Mehrausgaben für Kerosin kompensieren. Allein 2012 summierte sich die Tankrechnung auf 7,4 Milliarden Euro – in diesem Jahr werden 7,2 Milliarden Euro erwartet. Zudem leidet die Fluglinie unter dem harten Wettbewerb mit Ryanair und anderen Billigfliegern sowie den schnell expandierenden Rivalen vom Persischen Golf wie Emirates.

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